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Die goldenen Kuppeln des Höhlenklosters aus dem 11. Jahrhundert leuchten im Sonnenuntergang in Kiew – oder eher in Kyjiw?
Keystone / AP Photo / Efrem Lukatsky
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Freiburg bitte, nicht Fribourg!

Wie man den Namen einer Stadt schreibt oder ausspricht, kann Emotionen auslösen. Die Minderheit der Deutschfreiburger zum Beispiel reagiert empfindlich, wenn ihre Heimatstadt in deutschen Texten Französisch «Fribourg» geschrieben wird. 

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Seit Februar 2022 kennen wir die Diskussion auch in Bezug auf ukrainische Städte. Was ist richtig: «Kiew» oder «Kyjiw»?

Beide Schreibvarianten können eine politische Haltung zum Ausdruck bringen. Selbst wenn man das gar nicht will! Denn «Kiew» ist russisch und «Kyjiw» ist ukrainisch. Gerade bei Städtenamen ist Sprache oft nicht neutral. Das ist nicht nur im aktuellen Krieg so. Revolutionen wollen ihre Führer in Stadtnamen verewigen, wie bei Washington oder Leningrad. Im Kolonialismus wurden alte Stadtnamen durch neue ersetzt wie bei Mumbai, das zu Bombay wurde.

In ihrem Gespräch reisen Gastgeberin Nadia Zollinger und Mundartredaktor Markus Gasser, ausgehend von der Frage «Kiew» oder «Kyjiw», durch die Zeit und rund um die Welt und spüren den Mächten nach, welche die Sprache in ihren Dienst nehmen. Soviel sei schon verraten: Eine einfache Lösung gibt es oft nicht und Sprache trägt nie die Schuld!

Familiennamen Müllhaupt und Mühlhaupt
Trotz unterschiedlicher Schreibung: Sowohl in der Schweizer Variante Müllhaupt, wie in der deutschen Variante Mühlhaupt geht es im ersten Teil des Namens um eine «Mühle». Der zweite Namenteil, so Martin Graf vom Schweizerischen Idiotikon, ist sehr viel schwieriger zu deuten. Es handelt sich wohl um eine alte Flurbezeichnung für eine vorspringende oder in den Spitz laufende Parzelle. Der Familienname geht also auf einen Flurnamen «Mühlhaupt» zurück.

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