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«Sieben letzte Worte» von Haydn, Felder und Muschg

1785 erreichte den schon berühmten Haydn eine Anfrage aus Cadiz in Spanien: Ob er für einen Karfreitags-Gottesdienst eine meditative Musik in sieben langsamen Sätzen zu schreiben gewillt sei? 

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Haydn nahm an und komponierte mit «Die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuze» ein Werk, das er später als eine der anspruchsvollsten Aufgaben bezeichnete, die er als Komponist zu bewältigen hatte.

Über den Auftrag aus Cadiz sagte er zu seinem Biografen Griesinger: «Es war gewiss eine der schwersten Aufgaben, ohne untergelegten Text, aus freyer Phantasie, sieben Adagios auf einander folgen zu lassen, die den Zuhörer nicht ermüden, und in ihm alle Empfindungen wecken sollten, welche im Sinne eines jeden von dem sterbenden Erlöser ausgesprochenen Wortes lagen.» Haydn erstellte verschiedene Versionen des Stücks, die Fassung für Streichquartett wird heute am meisten aufgeführt und ist auch hier zu hören.
Der Winterthurer Komponist Alfred Felder liess sich von den ausdrucksvollen Adagio-Sätzen und dem abschliessenden «Terremoto» (Erdbeben) zu eigenen Kompositionen anregen, die jeweils im Wechsel mit der Musik von Haydn erklingen. Die dazwischen vorgelesenen Gedanken des Schriftstellers Adolf Muschg verleihen diesem Konzert von 2016 mit dem Winterthurer Streichquartett zusätzliche Tiefenschärfe.

Joseph Haydn: Die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuze
Alfred Felder: Jesus von Nazareth: Sieben letzte Worte
Adolf Muschg: Haydns Sieben letzte Worte (Texte von 1996)

Winterthurer Streichquartett
Rupert Grössinger, Sprecher

Konzertaufnahme vom 4. April 2016, Kirche St. Peter, Zürich
(Swiss Chamber Concerts)

Das Konzert steht bis 30 Tage nach Sendetermin zum Nachhören zur Verfügung.