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Hier beginnt die Republik Arzach – der nicht anerkannte Staat der Armenier, die sich von Aserbaidschan unabhängig erklärt haben.
zvg Judith Huber
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Bergkarabach – Festgefahrene Fronten im Südkaukasus

Seit einem Vierteljahrhundert herrscht Waffenstillstand zwischen Armeniern und Aserbaidschanern. Aber der Frieden ist noch weit weg. Im vorletzten Jahr hat in Armenien eine neue Generation westlich orientierter Politiker die Macht übernommen. Kommt jetzt Bewegung in den festgefahrenen Konflikt?

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Vor allem in Aserbaidschan weckt der Machtwechsel im benachbarten Armenien Erwartungen. Die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus Berg-Karabach hoffen, dass eine Friedenslösung gefunden wird, so dass sie in ihre Heimat zurückkehren können. Der Bauer Mustafa Usubov würde am liebsten sofort aufbrechen und glaubt, dass er wieder friedlich mit den armenischen Nachbarn zusammenleben könnte. In Aserbaidschan glaubt man, dass Armenien ein Interesse an einer Lösung im Streit um Bergkarabach hat, weil es damit aus der Isolation ausbrechen könnte. Seit dem Krieg ist nicht nur die Grenze zu Aserbaidschan zu, sondern auch die zur Türkei.

Allerdings sieht die wirtschaftliche Situation auf der armenischen Seite der Waffenstillstandslinie nicht so desolat aus, wie man in Aserbaidschan denkt. Bergkarabach hat sich unabhängig erklärt und nennt sich jetzt Republik Arzach. Aus Armenien und vor allem von der armenischen Diaspora in der ganzen Welt kommt Geld, das beim Wiederaufbau hilft. Die Bevölkerung Bergkarabachs kann sich nicht vorstellen, dass die geflüchteten Aserbaidschaner zurückkommen und die Armenier, die aus Aserbaidschan nach Bergkarabach geflüchtet sind, wollen nicht dorthin zurück.

Die Wahrnehmung ist also völlig verschieden auf den beiden Seiten der Waffenstillstandslinie. Die Regierung in Baku ist zwar bereit, Bergkarabach Autonomie zu gewähren, aber nur als Bestandteil Aserbaidschans. Was würde passieren, wenn sich die neue Regierung in Armenien auf Verhandlungen einlassen würde?