Zum Inhalt springen

Header

Audio
Fischer Lothar Buckow fängt kaum mehr Stint in der Elbe
SRF. Simone Fatzer
abspielen. Laufzeit 27:24 Minuten.
Inhalt

Best of: Die Elbvertiefung oder Herr Buckow fischt im Trüben

Vom Hafen Hamburg bis zur Nordsee wird die Elbe ausgebaggert, um Platz zu schaffen für die Containerschiffe. Für die Reeder ist das zwingend, doch: Das Watt verschlickt, den Fischen fehlt Stauerstoff, die Deichsicherheit leidet. Eine Reise der Elbe entlang von Hamburg nach Cuxhaven.

Download

Der Hafen ist das Herz der Stadt Hamburg – er liegt mitten drin, und doch nicht am Meer. Die immer grösseren Containerschiffe fahren über 100 Kilometer auf der Elbe von der Nordsee nach Hamburg hinauf und zurück. Stets war der Hafen als Wirtschaftsmotor – direkt und indirekt verantwortlich für 150'000 Arbeitsplätze - unbestritten. Für Regierung und Wirtschaft steht ausser Zweifel, dass die sogenannte Fahrrinnenanpassung der Elbe den Hafen wettbewerbsfähig macht. Das heisst, dass Fluss und Hafen immer wieder ausgebaggert werden müssen, damit die 400 Meter langen und 60 Meter breiten Schiffe leichter in den Hafen kommen. Tonnen von Schlick werden so abtransportiert und vor der Elbmündung wieder ins Meer verklappt, von wo die Flut ihn erneut die Elbe hinauf spült. Auf diese Weise wird das Sandwatt im Nationalpark vor Cuxhaven mit belastetem Hafen-Schlick verdreckt.

Krabbenfischer Torben Hinners musste sich einen grösseren Kutter kaufen, weil die Fanggebiete in Küstennähe aufgeschüttet werden und er weiter aufs Meer hinausfahren muss. Elbfischer Lothar Buckow fängt so gut wie keinen Stint mehr. Das Wasser ist durch das dauernde Baggern völlig eingetrübt, dem Fisch, der in der Elbe laicht, fehlt Sauerstoff.

Das Alte Land vor den Toren Hamburg gilt als Obstgarten Deutschlands. Die Obstbauern sind bei anhaltender Hitze auf Wasser aus der Elbe angewiesen. Doch durch die Vertiefung der Elbe kommt das salzige Meerwasser immer weiter flussaufwärts – dadurch auch noch die grosse Sorge vor einer erneuten Flut. Die Menschen, die an der Unterelbe leben, erzählen sich noch heute von der grossen Sturmflut von 1962. Damals brachen die Deiche, 315 Menschen starben, unzählige verloren ihr gesamtes Hab und Gut. Heute müssen die Deiche immer wieder erhöht werden, aber die Kräfte, die unten auf sie einwirken, nehmen zu.

(Erstausstrahlung: 31. Oktober 2020)

Mehr von «International»Landingpage öffnen

Nach links scrollen Nach rechts scrollen