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Blick auf die Altstadt von Sanaa, ein Weltkulturerbe.
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abspielen. Laufzeit 26:56 Minuten.
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Steht Jemen vor dem Zerfall?

Nach fünf Jahren Krieg ist das ärmste arabische Land vollkommen zerrüttet. Den Norden kontrollieren fast vollständig die Huthi-Rebellen, im Süden fordern Separatisten einen eigenen Staat. Droht Jemen auseinanderzufallen? Oder wäre eine Spaltung sogar die Lösung, könnte sie den Krieg beenden?

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Arabia Felix, das glückliche Arabien, so hiess das fruchtbare Stammesgebiet in der Antike. Heute hängt das kriegsversehrte Land an der Südspitze der arabischen Halbinsel am Tropf der internationalen Nothilfe.
Der Youtuber Ayash reist mit seiner Kamera durch die zerrüttete Heimat, um zu dokumentieren, was von deren Schönheit und Vielfalt geblieben ist. Der Graffitikünstler Thiyazen in Sanaa klagt am Telefon über den zunehmend autoritären Kurs der Huthi-Rebellen in der jemenitischen Hauptstadt. Auf der anderen Seite der Front erlebt die Provinz Marib mitten im Krieg einen wirtschaftlichen Aufschwung. Doch die Kämpfe rücken auch in Marib näher, während um die Hafenstadt Aden ein «Krieg im Krieg» tobt, zwischen verschiedenen Stammesmilizen, die eigentlich gemeinsame Sache gegen die Huthis machen wollten. Die Fronten werden immer unübersichtlicher. Die Separatisten im Süden fordern bereits die Abspaltung, sie erhoffen sich Stabilität von einem unabhängigen Staat Süd-Jemen, wie es ihn bis vor 30 Jahren gab.

Fünf Jahre nach Kriegsbeginn steht Saudi-Arabien in Jemen vor einem Debakel. Die mächtige Ölmonarchie trommelte Ende März 2015 unter ihren Verbündeten eine Militärkoalition zusammen und begann die Rebellengebiete zu bombardieren. In wenigen Wochen werde der jemenitische Präsident Hadi zurück an der Macht sein, versprach der starke Mann Saudi-Arabiens, Mohammed bin Salman, damals. Doch inzwischen beherrschen die Huthi-Rebellen nicht nur die Hauptstadt sondern praktisch den gesamten Norden, die «Gefolgsleute Gottes» verfügen auch über Raketen und Kampfdrohnen und die Unterstützung der schiitischen Regionalmacht Iran.