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Künste im Gespräch – Drago Jancar, Palmasola, Color Mania

Drago Jancar zu seinem Roman «Wenn die Liebe ruht» – Klara-Regisseur Christoph Frick zu seinem Theaterstück «Palmasola», über die bolivianische Gefangenenstadt – Und ein Rundgang durch die Ausstellung «Color Mania» zu filmischen und fotografischen Farbverfahren im Fotomuseum Winterthur.

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Drago Jancar ist der führende Schriftsteller Sloweniens. Sein Wort hat Gewicht. Seine Romane gehören zu den grossen Werken mitteleuropäischer Erzähltradition. In seinem neusten Roman «Wenn die Liebe ruht» untersucht er die Liebe in Zeiten des Hasses und kommt zum Schluss, dass es die nicht gibt. Das hat mit der historischen Situation zu tun, in der der Roman spielt: die Zeit der Okkupation durch die Nazis und der Beginn der Tito-Diktatur. Nie gab es in Slowenien eine Zeit mit mehr Toten als diese. Und nie gab es eine Zeit, deren Deutung und Einschätzung bis heute so umstritten ist. Michael Luisier hat den Autor getroffen.

Mit Zürich, Basel, Bern, St. Gallen und Genf liegen fünf Schweizer Städte unter den Top Ten im europäischen Kokainkonsum. Knapp 14 Kilogramm «weisses Gold» werden hierzulande täglich konsumiert. Eines der massgeblichen Länder für den Koka-Anbau ist Bolivien. Menschen, die beim Kokainschmuggel über die Kontinente ertappt werden, landen häufig in «Palmasola». Die Gefangenenstadt gilt als einer der ‘härtesten Knäste» weltweit und ist eine von Mauern umgebene Hüttensiedlung. Sie wird von knapp 6500 verurteilten Verbrecher*innen und Untersuchungshäftlingen bewohnt. Innerhalb der Mauern sind die Männer und Frauen sich selbst überlassen. Regisseur Christoph Frick (Theater KLARA) fragt in seinem gleichnamigen Theaterprojekt «Palmasola» nach Recht und Gerechtigkeit auf dem Papier und in der Praxis. Nach welchen Gesetzmässigkeiten organisieren sich Gemeinschaften? Kaa Linder war vor der Premiere auf Probenbesuch.

Wer bei Stummfilmen an Schwarzweiss und bei frühen Fotografien an Sepiabraun denkt, stösst spätestens in der Color-Mania-Ausstellung im Fotomuseum Winterthur auf reihenweise Überraschungen. Daguerrotypien wurden bereits ab 1839 koloriert, die ersten Kinofilme zunächst von Hand und später im Farbbad eingefärbt, und schliesslich kämpften hunderte von Farbfilmverfahren um einen Platz in der Filmindustrie. Michael Sennhauser macht einen Ausstellungsrundgang mit Gastkuratorin Dr. Eva Hielscher und der Zürcher Filmprofessorin und Farbspezialistin Barbara Flückiger.

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