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Literatur im Gespräch: Was wäre wenn…!

Angenommen Kolumbus und seine Crew kommen in Amerika um. Die dortigen Bewohner nehmen seine Schiffe, segeln über den Atlantik und erobern Europa. Dieses Gedankenexperiment macht Laurent Binet in seinem Roman «Eroberung» und erfindet sozusagen die Weltgeschichte neu.

Wie würde Europa heute aussehen, wenn die Geschichte anders verlaufen wäre? Der französische Autor Laurent Binet stellt in seinem Roman «Eroberung» diese Frage: Was wäre, wenn Kolumbus nicht mehr zurückgekehrt und von seiner Entdeckung berichtet hätte? Dann wäre wohl längere Zeit niemand mehr über das Meer Richtung Westen aufgebrochen.

Binet dreht die Geschichte noch weiter. Ein Inka-König schnappt sich die Schiffe von Kolumbus und segelt mit seinem Gefolge nach Europa. Und da trifft er auf eine gespaltene Gesellschaft, die sich im Krieg befindet und gerade durch das schwere Erdbeben in Lissabon zusätzlich geschwächt ist. Das machen sich die Neuankömmlinge zunutze und erobern mit List und Geschick nach und nach ganz Europa. Die Idee ist natürlich bestechend. Doch was macht der Autor daraus? Gelingt es ihm, die Weltgeschichte glaubwürdig neu zu erfinden? Darüber diskutiert Esther Schneider mit den Literaturkritikern Sieglinde Geisel und Julian Schütt.

Weiter in der Sendung: Der internationale Bestseller von Yoko Ogawa, «Insel der verlorenen Erinnerung» und «Jeder bewohnt die Welt auf seine Weise» von Jean Paul Dubois.

Buchangaben:


Jean-Paul Dubois. Jeder von uns bewohnt die Welt auf seine Weise. Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer und Uta Rüenauver. dtv, 2020.


Yoko Ogawa. Insel der verlorenen Erinnerung. Aus dem Japanischen von
Sabine Mangold. liebeskind, 2020.


Laurent Binet. Eroberung. Aus dem Französischen von Kristian Wachinger. Rowohlt, 2020.

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