Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Literatur im Gespräch

Literatur fürs Ohr. Immer mehr Literatur wird für die Performance vor Publikum geschrieben, nicht für die Lektüre im stillen Kämmerlein. Arno Camenisch, Noëlle Revaz und Gerhard Meister haben alle Bühnenerfahrung als Spoken Word-Performer und schreiben ihre Texte vor diesem Hintergrund.

Download

Die Expansion der Literatur auf die Kleinkunstbühnen hat eine Vielfalt an neuen Schreibstilen und Sprachformen hervorgebracht, von denen in der Sendung drei Beispiele vorgestellt werden.

Der Berner Autor Gerhard Meister ist bisher gänzlich der Mundart und der kurzen Form verpflichtet. Sein geschriebenes Berndeutsch ist, ohne jeden traditionalistischen Schnörkel, der heutigen Umgangssprache entnommen. Entsprechend konsequent folgt diese Sprache im Sammelband «Mau öppis ohni Bombe» dem Duktus der Mündlichkeit.

Auch der Bündner Schriftsteller Arno Camenisch geht in seinen Bergromanen vom Klang der gesprochenen Sprache aus. Sein jüngster Roman «Herr Anselm» ist ein Monolog, gehalten in dem für Camenisch charakteristischen Hochdeutsch, das stark geprägt ist von Wörtern aus dem Bündner Dialekt und aus dem Rätoromanischen.

Die Westschweizer Autorin Noëlle Revaz schliesslich hat ebenfalls lange Jahre aktiv Spoken Word-Performance betrieben. Ihr Roman «Efina» aus dem Jahr 2009 liegt jetzt erstmals in einer deutschen Übersetzung vor. Der Text lebt zwar nicht von ausgeprägter Mündlichkeit, aber das Stakkato der kurzen Sätze, die Rhythmisierung und das Repetitive fordern beinahe, dass der Text mit Vehemenz vorgetragen wird.

Über die neue Schreibvielfalt in der Schweizer Literatur diskutieren Literaturkritikerin Sieglinde Geisel, SRF-Literaturredaktor Julian Schütt und SRF-Mundartredaktor Markus Gasser.

Einzelne Beiträge