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Der Schweizer Musiker und Bandleader Teddy Stauffer (1909-1991) in einem Porträt von 1947 bei seiner Rückkehr aus dem US-Exil.
Keystone
abspielen. Laufzeit 10:23 Minuten.
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«Bei mir bistu shein»

Weil Bandleader Teddy Stauffer «das braune Nazi-Pack» nicht ausstehen kann, leistet er sich einen tollkühnen Streich.

Ernst Heinrich «Teddy» Stauffer galt und gilt als bedeutendster deutschsprachiger Repräsentant des Swing. Mit seinen «Original Teddies» versetzte der gebürtige Berner in den 30er-Jahren halb Europa in einen Tanzrausch.

In Berlin spielt Stauffers Orchester regelmässig in den beiden grössten und schönsten Tanzpalästen, dem «Delphi» und dem «Femina». Mit seiner jazzigen Musik bekommt der populäre Schweizer Bandleader jedoch bald Ärger mit der Reichskulturkammer: die Nazis verachten den Swing und diffamieren ihn als Musik der Amerikaner, Engländer und Juden.

Als Stauffer während eines Konzertes von Gestapoleuten aufgefordert wird, gefälligst «deutsche» Musik zu spielen, intonieren die «Teddies» das jüdische Lied «Bei mir bistu shein». Als der Klarinettist Ernst Höllerhagen anschliessend noch swingend über das «Horst Wessel-Lied» improvisiert, das musikalische Heiligtum der Nationalsozialisten, ist das Mass voll: «Das», erklärte Teddy Stauffer viele Jahrzehnte später, «war der Anfang von meinem Ende in Deutschland».