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Dienstleistungen und Kontakte Neue Abgabe für Radio und Fernsehen

Die Serafe AG ist die schweizerische Erhebungsstelle für die neue Radio- und Fernsehabgabe. Ab 2019 erhalten Haushalte von Serafe die Rechnung über die Abgabe.

Nachfolgerin der Billag: die Serafe AG
Legende: Nachfolgerin der Billag: die Serafe AG Serafe AG

Das Gesetz, Link öffnet in einem neuen Fenster verpflichtet alle Schweizer Haushalte und Unternehmen mit Sitz in der Schweiz, Empfangsgebühren für Radio und Fernsehen zu bezahlen.

Ab 1. Januar 2019 ersetzt eine geräteunabhängige Abgabe die heutige Empfangsgebühr. Die Abgabe für Radio und Fernsehen beträgt ab dann 365 Franken je Privathaushalt und Jahr (aktuell sind es CHF 451.10). Ab 2019 erhalten Haushalte die Rechnung über die Abgabe von der Serafe AG.

Ein Unternehmen mit einem Jahresumsatz von mehr als 500'000 Franken bezahlt umsatzabhängig zwischen 365 und 35'590 Franken pro Jahr. Der Bundesrat bestimmt die Höhe sowie die Verteilung der Gebühren. Die Unternehmen erhalten von der Eidgenössischen Steuerverwaltung ESTV automatisch eine jährliche Rechnung.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Erhebungssystem

Wer muss eine Abgabe für Radio und Fernsehen bezahlen?

Jeder Privathaushalt und jedes Unternehmen mit Sitz in der Schweiz ist gebührenpflichtig. Ob jemand Radio- und Fernsehprogramme über Satellit, Antenne oder via Internet empfängt, spielt keine Rolle – ebenso wenig welche Art von Sendung eine Person konsumiert. Haushalte, die ohne Empfangsgeräte auskommen, können jedoch auf Gesuch hin während maximal der nächsten fünf Jahre von der Abgabe befreit werden (Opting-Out-Möglichkeit). Haushalte mit Personen, die jährliche Ergänzungsleistungen zur AHV oder IV beziehen, werden auf Gesuch hin von der Abgabenpflicht befreit. Es besteht auch die Möglichkeit einer rückwirkenden Befreiung. Ausländische diplomatische Personen und taubblinde, alleinlebende Personen müssen ebenfalls keine Abgabe zahlen.

Weshalb müssen alle eine Abgabe bezahlen, unabhängig davon, ob sie Fernsehen schauen und Radio hören?

Die Digitalisierung hat die Mediennutzung komplett verändert. Heute sind alle Inhalte unabhängig von Kanälen und Vektoren stets und überall abrufbar. Deshalb konsumieren alle Menschen in der Schweiz in irgendeiner Form Produktionen der SRG oder anderer konzessionierter Radio- und TV-Anbieter; sei es ein Nouvo-Video auf Facebook, die Tageschau im Fernsehen, die Musikcharts auf Radio RaBe oder das «Echo der Zeit» als Podcast.

Entscheidend sind die Inhalte und nicht die vielfältigen Verbreitungsvektoren. Die SRG und die privaten, konzessionierten Radio- und TV-Anbieter sind auf die Einnahmen aus der Abgabe angewiesen, um hochwertige und relevante Inhalte zu produzieren, die über den kleinräumigen Schweizer Medienmarkt sonst nicht finanzierbar sind.

Wer ist für das Inkasso der Empfangsgebühren zuständig?

Bis Ende 2018 ist die Billag AG für das Inkasso der Empfangsgebühren zuständig. Ab 2019 übernimmt die Firma Serafe AG diese Aufgabe. Die Serafe AG, eine Tochtergesellschaft von Secon AG mit Sitz in Fehraltorf, erhebt die Abgabe für Radio und Fernsehen im Auftrag des Bundes.

Muss ich mich bei der neuen Inkassostelle anmelden?

Nein. Die Serafe stellt jedem Haushalt automatisch eine Rechnung. Serafe stützt sich dabei auf die Daten aus den Einwohnerregistern der Kantone und Gemeinden.

Wie hoch ist die Abgabe für Radio und Fernsehen?

Die Gebühr für Privathaushalte sinkt per 1. Januar 2019 von 451 Franken auf 365 Franken. Ab 2019 zahlt ein Privathaushalt in der Schweiz also 365 Franken pro Jahr für Radio und Fernsehen. Kollektivhaushalte wie Alters- und Pflegeheime, Wohnheime, Strafanstalten, Internate oder Asylunterkünfte bezahlen 730 Franken – Personen, die einem Kollektivhaushalt wohnen, bezahlen folglich keine individuelle Abgabe.

Für Unternehmen mit Sitz in der Schweiz gilt ein abgestuftes Tarifsystem. Unternehmen mit einem Jahresumsatz unter 500'000 Franken – das sind drei Viertel aller Unternehmen in der Schweiz – bezahlen keine Abgabe. Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 500'000 Franken und 1 Million Franken bezahlen wie Privathaushalte 365 Franken.

Wann und warum bekomme ich eine Teilrechnung?
Alle gebührenpflichtigen Personen sind in zwölf Monatsgruppen eingeteilt. Nur die Gruppe, die im Januar eingeteilt ist, erhält eine Jahresrechnung für zwölf Monate. Alle anderen Gruppen erhalten eine anteilsmässige Rechnung mit dem offenen Betrag vom Einteilungsmonat bis Ende des Jahres (z. B. die Mai-Gruppe erhält Ende April eine Rechnung von Mai bis Dezember, also für acht Monate).

Gibt es die Möglichkeit der Dreimonatsrechnungen?
Ja. Jede abgabepflichtige Person kann für den Haushalt, dem sie angehört, Dreimonatsrechnungen verlangen. Sollte die Erhebungsstelle diese in Papierform zustellen müssen, hat der Haushalt zusätzlich zur Abgabe 2 Franken pro Rechnung zu bezahlen. Wird die Dreimonatsrechnung via E-Rechnung bezahlt, entfällt der 2-Franken-Zuschlag.

Wozu werden die Einnahmen aus der Abgabe für Radio und Fernsehen verwendet?

88 Prozent der Einnahmen gehen an die SRG. Ausserdem erhalten 35 private Rundfunksender, das sind 13 regionale Fernsehstationen, 13 kommerzielle Lokalradios sowie 9 nicht-kommerzielle Komplementärradios einen Beitrag (insgesamt 6 Prozent). Diese Sender erfüllen gemäss ihrer Konzession einen besonderen Leistungsauftrag. Weitere 6 Prozent fliessen in die Finanzierung diverser Aktivitäten wie beispielsweise die Förderung neuer Technologien, die Medienforschung oder das Inkasso von Serafe.

Warum erhält die SRG den grössten Anteil der Gebührengelder?

Die SRG versorgt die Schweizer Bevölkerung im Auftrag des Bundes mit einem vielfältigen Radio-, TV- und Onlineangebot in vier Sprachen. Die SRG verteilt ihre Mittel auf alle vier Sprachregionen der Schweiz und stärkt so den nationalen Zusammenhalt.

Konkret heisst das: Über 70 Prozent der SRG-Einnahmen stammen aus der Deutschschweiz, aber nur 43 Prozent davon werden für die Angebote in deutscher Sprache eingesetzt. Die Differenz fliesst in die französisch-, italienisch-, und rätoromanischsprachige Schweiz. Dank dieser Umverteilung ist es möglich, in den kleinräumigen Märkten der einzelnen Sprachregionen ein umfassendes Programm anzubieten.

Wie setzt die SRG die Gebührengelder ein?

Die SRG finanziert sich zu rund 75 Prozent aus öffentlichen Geldern. Ein Grossteil der Gesamtausgaben fliesst in Eigenproduktionen (86 Prozent) wie beispielsweise «Echo der Zeit» (SRF), «Il Quotidiano» (RSI), «Mise au Point» (RTS) oder «Telesguard» (RTR). 2017 wendete die SRG 38 Prozent der Gesamtausgaben für Information, 23 Prozent für Unterhaltung und Film, 19 Prozent für Kultur, Gesellschaft und Bildung, 13 Prozent für Sport sowie 7 Prozent für Musik und Jugend auf.

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