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Bühne Pathos, Pups und Ego: Secondos slammen um die Wette

Am diesjährigen «Woerdz»-Festival kommen Menschen mit Migrationshintergrund zu Wort: beim «Secondo-Slam». Wir zeigen drei Auftritte, die vom Publikum in Luzern besonders gefeiert wurden.

  • 1. Fatima Moumouni (Schweiz/Ghana): Tiger küsst Pathos

    Die in der Schweiz wohnhafte Münchnerin steht seit 2011 auf den Spoken Word Bühnen. Zusammen mit Laurin Buser schaffte sie es ins Finale der Schweizermeisterschaft des Poetry Slams. Am Woerdz-Festival räumte sie in der ersten Runde des Wettbewerbs mit gefühlt allen afrikanischen Klischees auf: Da blieb kein Tiger auf dem anderen und auch der «Rhythmus im Blut» wurde augenzwinkernd unter Beweis gestellt. Aber auch der Gewinnertext hat es in sich: So schön wurde das Pathos wohl noch auf keiner Spoken Word Bühne begraben.

  • 2. Jaromir Konecny (Deutschland/Tschechien): Fäkalhumor

    Jaromir Konecny hat etwa 80 Poetry Slams gewonnen und ist zweimaliger Vizemeister des deutschsprachigen Poetry Slams. Auch am Woerdz gab er mit Erfolg Gas. In seinem ersten Text ging es um einen Sprachwettstreit zwischen einer Chinesin und einem Tschechen – also ihm. Da wurde tief in die Klischeekiste gegriffen, doch die «Labalbelmalmelade» im Krapfen trieb dem Publikum die Tränen in die Augen. Sein zweiter Text wurde vom Publikum ebenfalls bejohlt. Die einfache Zauberformel: «Bum-bum» statt «Om». Oder: Furzen und Meditieren.

  • 3. Jurczok 1001 (Schweiz/Deutschland): Miteinander schlafen

    Jurczok 1001 heisst eigentlich Roland Jurczok. Er wurde 1974 in Wädenswil geboren und tritt bereits seit 1996 unter dem Namen Jurczok 1001 als Dichter, Sänger und Performer auf. Seit 1998 auch mit der Schriftstellerin Melinda Nadj Abonji. Ausserdem unterrichtet Jurczok Spoken Word an der Zürcher Hochschule der Künste. Also, ein Spoken-Word Profi. Ein Profi, der am Woerdz sprachlich und performativ mehr wagt als die Konkurrenz. Und einer der wenigen, der am Festival auf Schweizerdeutsch slammt. Sein erster Text ist fast Musik und beinhaltete nicht sehr viel mehr Worte als «D'Weltwuche, odr?» Im zweiten Text rechnet Jurczok ab mit den hippen Egomanen, die ihr Liebesleben überstilisieren.

Videos: Josh Muhl/Woerdz

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