Seine Bühnenbilder revolutionierten die Theaterwelt

Bert Neumann, der Bühnenbildner und Ausstattungschef der Berliner Volksbühne, setzte Massstäbe. Er war der Meister der bewohnbaren Bühnenbilder, stilprägend für grosse Regisseure wie Frank Castorf oder René Pollesch. 54-jährig ist er völlig überraschend gestorben. Ein Blick auf sein Schaffen.

Bert Neumann stellte irre Raumkonstruktionen auf die Bühne: mehrstöckige Wohncontainer oder bewegliche Stadtlandschaften. Und seine Bühnenbilder lebten: darin wurden Spagetti gekocht oder ausgiebig geduscht.

Bert Neumann war der Meister der bewohnbaren Bühnenbilder – er revolutionierte mit seinen Schöpfungen die Theaterwelt. Er war einer der ersten, der geschlossene Boxen und Container auf die Bühne brachte.

Radikale Bühnenerfindungen

Neumann wuchs in Ost-Berlin auf, studierte Bühnen- und Kostümbild an der Kunsthochschule und arbeitete seit 1988 als freier Künstler. Im gleichen Jahr begann seine Zusammenarbeit mit Frank Castorf, seit 1992 war Neumann Ausstattungsleiter der von Castorf geleiteten Volksbühne.

Bert Neumann erhielt für seine Arbeit unter anderem die Joseph-Kainz-Medaille und den Theaterpreis Berlin. In der Kritikerumfrage von «Theater heute» wurde er mehrmals Bühnenbildner des Jahres. Noch im April erhielt er für seine «stets neuen, radikalen Bühnenerfindungen» den Hein-Heckroth-Bühnenbildpreis.

Plöztlich und unerwartet ist Bert Neumann am letzten Donnerstag 54-jährig gestorben.