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Osterfilmtipp 1 – Enno Reins über «Terminator»
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Arnold Schwarzenegger Eine Supermacht auf zwei Beinen

Männerkörper mit Muskelmasse: Warum Arnold Schwarzenegger zum perfekten Actionhelden der 1980er-Jahre werden konnte.

Eines der grössten Rätsel ist für viele: Wie konnte der Bodybuilder Arnold Schwarzenegger in den 1980er-Jahren ein Superstar in Hollywood werden?

Mit seinem Namen, der für Amerikaner unaussprechlich ist. Mit seinem Englisch, das bis heute von einem starken österreichischen Akzent geprägt ist. Mit einem supermuskulösen Körper, der ihn von Normalo-Rollen als Briefträger oder Fleischfachverkäufer einfach ausschloss.

Die Antwort auf das Rätsel liegt in der Filmgeschichte.

Sendehinweis: «The Terminator» auf SRF

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Im Rahmen seiner 1980-er Retrospektive zeigt SRF am 12.04 um 23 Uhr: «The Terminator».

Darum geht's:
Ein Killerroboter, ein Terminator, aus der Zukunft, gespielt von Arnold Schwarzenegger, taucht in Los Angeles auf. Er beginnt Frauen mit dem Namen «Sarah Connor» umzubringen.

Kurz darauf taucht ein Mensch auf, auch aus der Zukunft, der den Terminator stoppen will. Dass ist die Ausgangslage der Kultkrachers. Schon der Anfang: Einfach gross.

Arnold Schwarzenegger landet splitternackt in LA und schleppt seine riesigen Muskelberge zu einer Rockergang. Von denen will er die Klamotten. Als er sagt: «Eure Kleidung. Gebt sie mir» erfährt der erstaunte Zuschauer: Killerroboter aus dem Jahr 2029 sprechen Englisch mit stark österreichischem Akzent.

Den Akzent verlor Arnold Schwarzenegger nie. Und nie war der österreichische Hollywoodstar cooler und böser und schweigsamer als in «The Terminator». Nur knapp hundert Wörter spricht er, vier davon schrieben Kinogeschichte: «I'll be back.»

I'll be back, ich komme wieder. Das Wiederkommen ist das grosse Problem der Filmreihe: Sechs Mal gab es bis heute den Terminator auf der Leinwand. Nur die ersten beiden Teile sind sehenswert.

Der erste ist ungeschlagen: Handgemachte Action, ein Schwarzenegger am Anfang seiner Karriere! Der Film ist wie Bier und Hardrock. Einfach, aber haut rein.

Die Antihelden

Das US-Kino der 1970er-Jahre waren geprägt von Antihelden, von durchschnittlichen Männern und Frauen, die mehr persönliche Probleme hatten, als sie ertragen konnten und oft am Ende nicht siegreich in den Sonnenuntergang ritten. Die Filme zeigten eine heruntergekommene USA: Sex, Drugs, Crime und Arbeitslosigkeit.

Dieses düstere Kino gab es nicht ohne Grund. Durch das Debakel des Vietnamkrieges, die Watergate-Affäre, dem damit verbundenen Rücktritt von US-Präsident Richard Nixon, einer wirtschaftlichen Rezession, einer steigenden Verbrechensrate, der Geiselnahme des US-Botschaftspersonal in Teheran und die misslungene Befreiungsaktion war das Land in einem Tief: moralisch, patriotisch, wertetechnisch.

zwei Männer schütteln sich die Hand
Legende: Zwei Männer, die das «neue Amerika» prägten: Arnold Schwarzenegger und Ronald Reagan (1984). imago images

«Let's make America great again»

Dann kam das Jahr 1980. Und mit ihm Ronald Reagan, ein konservativer Charmeur, der mit dem heute durch Donald Trump wieder bekannten Slogan «Let's make America great again» um die Präsidentschaft kämpfte und gewann.

Der ehemalige Hollywood-Schauspieler Ronald Reagan war einer, der an die USA, an die Stärke und Werte seines Landes glaubte, ein Superpatriot, der Optimismus verbreitete.

Ein Optimismus, der die deprimierten Amerikaner erfasste. Eine Welle der Euphorie schwappte übers Land. Und die veränderte auch das Kino.

Die Stunde der harten Kerle

Nicht länger trugen schmalbrüstige Typen ihre inneren Konflikte auf der Leinwand aus. Die wollte keiner mehr sehen. Neue Helden eroberten faust- und faustwaffenschwingend die Gunst der Zuschauer.

Es war die grosse Stunde von harten Kerlen wie Rocky, Rambo, Indiana Jones und John McClane. Siegertypen, die alles riskierten und trotz widrigster Umstände den Sieg davontrugen. Kernige, individualistische Amerikaner, wie Ronald Reagan sie sich wünschte.

ein muskulöser Mann in den Strassen von New York
Legende: «Hercules in New York» (1970): der erste Spielfilm mit Arnold Schwarzenegger in einer Hauptrolle. imago images

Es war die grosse Stunde von Arnold Schwarzenegger. Diesem muskelbepackten Wonnepropen, der den amerikanischen Traum personifizierte, wie kaum ein anderer.

Schon vor Hollywood Millionär

Weil sich er vom armen Burschen aus der kleinen Gemeinde Thal bei Graz hochgearbeitet hatte. Als Bodybuilder gewann er sieben Mr. Olympia- und fünf Mr. Universum-Titel.

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Arnold Schwarzeneggers andere Seite
Aus 10 vor 10 vom 27.07.2017.
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Vor seiner Schauspielkarriere hatte er mit Nahrungsergänzungsmitteln und Immobilien bereits seine erste Millon verdient. Der Einwanderer Arnold Schwarzenegger stand für das, was Ronald Reagan seinen Landsleuten einbläute: Jeder kann es schaffen.

Box Office-Erfolg mit Bizeps

Der Erfolg lag nicht nur in der Zielstrebigkeit und Geschäftstüchtigkeit des Österreichers.

Auch sein Körper machte ihm zum perfekten Actionhelden der 1980er-Jahre. Mit seiner Muskelmasse füllte er Rollen aus, die kein anderer ausfüllen konnte. Rollen, die es auf einmal in den Action- und Science-Fiction-Filmen, die boomten, in jeder Menge gab.

ein spärlich bekleideter Mann in der Wildnis
Legende: Die Rolle als «Conan, der Barbar» ebnete Arnie 1982 den Weg zum Superstar. imago images

Der spärlich bekleidete Barbar Conan. Der superstarke und nahezu unzerstörbare Killerroboter in «The Terminator». Der Alienjäger in «Predator». Arnold Schwarzeneggers Figuren: Larger-than-Life, grösser als das Leben, nie zweifelnd, nie zögernd.

Er war das absolute Gegenteil der abgeschlafften, rauchenden, kiffenden, unzufriedenen Helden des vorangegangenen Jahrzehnts: Eine Supermacht auf zwei Beinen.

Er stand für das wiederstarkte Selbstbewusstsein der USA unter Ronald Reagan. Deshalb wurde er ein ganz Grosser des amerikanischen Kinos.

Radio SRF 3, 80-er Marathon, 9.4.2020, 9:02 Uhr

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Johann Meier  (H.J. Meier)
    Die beiden ersten Terminator sind meines Erachtens Actionfilme, denen bis heute nur ganz wenige Actionfilme das Wasser reichen können. Das war noch Thriller mit richtiger Story, die Special Effects waren noch sehr mechanisch und dadurch wie roher und realistischer. Das Hollywood von heute hat es verlernt, solche magischen Kompositionen zu erzeugen. Die Computer berechneten Special Effects wirken zu abgehoben, die Handlung meist zweitrangig. Viva Arnie, der Terminator (1+2) ist zeitlos!
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  • Kommentar von Tilo Hässler  (inflatio)
    Aber natürlich: Donald Trump ist ein weisser Mann, ob er allerdings weise ist?
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  • Kommentar von Rolf Künzi  (Unbestimmt)
    Feministinnen haben ja die alten weissen Männer als das Übel von allem auserkoren. Untersuchen wir das doch einmal bei zwei Supermänner, die alt, weiss und sehr mächtig sind. Arnold Schwarzenegger und Trump. Gerade jetzt glaubt Trump er könnte die Ölverhandlungen und die Weltwährung lenken, dabei sind wir einfach an einem Wendepunkt den keine Kraft auf Erden aufhalten kann. Was aber unterscheidet A.Sch und Trumpt. Ganz einfach, Humor und Teamwork. https://youtu.be/XkZhzc7b4jg
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    1. Antwort von Jaro Bels  (Gotod)
      Wirklich ernst gemeint ? DT ist ein weisser Mann? Dann habe ich was verpasst...