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Film & Serien Der vierte Brenner-Krimi: Von jetzt an geht’s bergab

«Das ewige Leben» ist der vierte Krimi aus der Brenner-Reihe. Die literarische Vorlage lieferte, wie gewohnt, der Schriftsteller Wolf Haas, auch Josef Hader ist als Privatdetektiv Simon Brenner natürlich mit dabei. Das kann nur gut gehen: Der Film ist voller Witz, spannend und absolut sehenswert.

Legende: Video Keine 3 Minuten: «Das ewige Leben» abspielen. Laufzeit 1:58 Minuten.
Vom 27.05.2015.

Simon Brenner, Privatdetektiv, steht vor dem Nichts. Die Geschäfte laufen schlecht, in seiner Pensionskasse klafft ein grosses Loch, selbst das Arbeitsamt kann nicht helfen. Da bleibt nur noch der Rückzug in das Haus seiner verstorbenen Mutter in Graz. Ein Ort, an den Brenner keinesfalls zurückkehren wollte. Nicht nur, dass es kein Strom mehr gibt und es durch das Dach regnet. Brenner sieht sich vor allem mit seiner Vergangenheit konfrontiert, die er vergessen wollte.

Die Begegnung mit alten Jugendfreunden führt unweigerlich zu Jugendsünden, deren Konsequenzen bis in die Gegenwart zu spüren sind. Zu viel sei nicht verraten, denn bei einem Brenner-Krimi kommt die Auflösung zwar beinahe nebenbei – aber immer erst zum Schluss.

  • Johannes Silberschneider und Josef Hader
    Legende: Johannes Silberschneider (rechts) spielt den Nachbarn an der Seite von Josef Hader. LOOK NOW!

    Das immer wiederkehrende Zitat

    «Jetzt ist schon wieder was passiert» – dieser Satz wird zum Motto des Films stilisiert und fällt nicht nur einmal. Dabei kontrastiert dieser Satz das eigentlich Geschehen. Denn was wie Actionfilm klingt, ist ein lakonisch erzählter österreichischer Krimi.

  • Der Schauspieler

    Josef Hader ist eine Legende. Bekannt geworden als Kabarettist, spielt der 53-Jährige nun bereits in der vierten Brenner-Verfilmung. Er selbst schreibt die Drehbücher zu den Filmen, gemeinsam mit Wolf Haas, Autor der jeweiligen Romanvorlagen, und Wolfgang Murnberger, Regisseur. Josef Hader liebt seinen Simon Brenner. Und dafür liebt das Publikum Josef Hader.

  • Josef Hader und Margarethe Tiesel
    Legende: Brenner mit seiner Jugendfreundin Maritschi (Margarethe Tiesel). LOOK NOW!

    Fakten, die man wissen sollte

    Österreicher lieben österreichische Filme. Und sie lieben Josef Hader als Simon Brenner. Die Krimi-Verfilmungen von Wolf Hass sind Kassenschlager im Nachbarland. Österreich zählte über 280'000 Besucher beim letzten Krimi mit Detektiv Brenner. In der Schweiz hingegen schauten sich «Der Knochenmann» lediglich 9736 zahlende Zuschauer an. Eines sei hier festgehalten und zwar als Fakt: Weder Josef Hader, noch Wolf Haas und schon gar nicht ihre Filme haben diese Schweizer Ignoranz verdient.

  • Josef Hader mit Pistole am Kopf
    Legende: Das Leben eines Privatdetektivs ist gefährlich - lebensgefährlich! LOOK NOW!

    Das Urteil

    «Das ewige Leben» ist, wie gewohnt, eine ausserordentlich gelungene Romanverfilmung. Zum Vorteil gereicht nun schon zum vierten Mal, dass der Krimiautor Wolf Haas selbst mit von der Partie ist. Qualität ist somit garantiert. Denn Haas versteht es, seine kleinen, bösen Geschichten, lakonisch und dabei doch überaus spannend und voller Humor zu erzählen. Mit Josef Hader als Hauptdarsteller und Wolfgang Murnberger als Regisseur ist das Team perfekt, um diesen Krimi zu verfilmen. Dabei geht es, wie stets bei Brenner, weniger um Straftaten, als vielmehr um das menschliche Mit- und Gegeneinander. Das Leben ist teuflisch hart, vor allem als erfolgloser Privatdetektiv. Doch Simon Brenner muss dazu auch noch in die Hölle der Vergangenheit abtauchen, während er gleichzeitig von Migräne geplagt wird. Im Grunde will Brenner nichts als seine Ruhe und wie Josef Hader das spielt, glauben wir es ihm jede Sekunde. Ohne eigentliche Absicht, aber doch auch nicht immer unschuldig, bewegt sich Brenner stets am Abgrund. Und so liegt er bald schon als vermeidlich Suizidgefährdeter mit einer Kugel im Kopf im Krankenhaus, ohne je einen Gedanken an Selbstmord verschwendet zu haben, um kurz darauf, ebenso unfreiwillig, neben der Leiche eines ihm bekannten Mannes zu erwachen. Nebenbei klärt Brenner ein Verbrechen auf und schlägt sich mit Vaterschaftsfragen herum – immer alles ungewollt. Die Lakonie steht im krassen Widerspruch zu den Ereignissen. «Das ewige Leben»: unterhaltend, voller Witz, spannend und absolut sehenswert.

Kinostart: 28.05.2015

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