Film-Tipp des Tages: 72 Stunden

Lebenslänglich ist das Verdikt, als Johns Ehefrau wegen Mordes angeklagt wird. Sie beteuert ihre Unschuld, und als all ihre Chancen freizukommen schwinden, wandelt sich der Ehemann vom sanftmütigen Literaturdozenten zum Verbrecher. Hollywood-Remake eines französischen Thrillers.

Ein Mann und eine Frau. Im Hintergrund sind Tische und Sonnenschirme zu erkennen, an denen Menschen sitzen, sowie ein Stadtpark. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Olivia Wilde als Nicole, Russell Crowe als John Brennan. SRF/RTL (Fox)

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Sendeplatz

Freitag um 20:00 Uhr auf SRF zwei.

John (Russell Crowe) und Lara Brennan (Elizabeth Banks) führen mit ihrem Sohn ein harmonisches Familienleben. Diese Idylle stürmt eines Morgens ein Spezialkommando der Polizei. Lara steht unter dem Verdacht des Mordes an ihrer Chefin, mit der sie sich kurz vor der Tatzeit einen heftigen Streit geliefert hatte. Da sich auf ihrem Mantel Blut des Opfers befindet, ist ihre Verteidigung chancenlos. Für Lara, die ihre Unschuld verzweifelt beteuert, lautet der Richterspruch lebenslänglich.

Verbrecher aus Leidenschaft

Mit stiller Wut geht John seinem Beruf als Literaturdozent nach, kümmert sich um den gemeinsamen Sohn und schöpft zugleich sämtliche Rechtsmittel aus, um seine Ehefrau freizubekommen. Als Lara angesichts der aussichtslosen Lage einen Selbstmordversuch unternimmt, wird John klar, dass er sie schnellstmöglich und auf unkonventionellem Weg befreien und damit zum Verbrecher werden muss.

Selbst unter Anleitung eines Ausbrecherkönigs (Liam Neeson) ist der Anfang schwer, und beim Versuch, gefälschte Pässe zu kaufen, gerät John sogar in Lebensgefahr. Als Lara in eine andere Anstalt verlegt werden soll, wird die Zeit plötzlich knapp. Dem braven Bücherwurm bleiben lediglich 72 Stunden, um ins Gefängnis einzubrechen und seine Ehefrau zu befreien.

Gelungenes Remake

«Pour elle» hiess 2008 ein französischer Thriller, der hierzulande als «Ohne Schuld» lediglich auf DVD erschien. Darin war es Vincent Lindon, der Diane Kruger aus dem Gefängnis zu befreien suchte. Der Erfolgsdrehbuchautor und Regisseur Paul Haggis, für «L. A. Crash» mit zwei Oscars ausgezeichnet und für «Million Dollar Baby» nominiert, drehte zwei Jahre später dieses Hollywood-Remake. Obwohl sein Film über eine halbe Stunde länger dauert, gelang es dem Kanadier, die Geschichte mit mehr Wucht zu erzählen. Die «Aargauer Zeitung» befand: «Bei ‹The Next Three Days› vereint Haggis Gefühl mit Action und beschert uns ein Suspense-Paket, das man mit Fug und Recht als modernen Hitchcock-Stoff bezeichnen darf. Spannender lässt sich das kaum inszenieren.»