Film-Tipp des Tages: Captivity – Tödliches Spiel

Ein erfolgreiches Model wird von einem Unbekannten gekidnappt und in einem Kellerverlies festgehalten. Dort soll sie für ihre Arroganz und Konsumsucht bezahlen. Thriller mit Elisha Cuthbert («24»).

Eine blonde Frau mit blutverschmiertem Gesicht schützt ihren Kopf. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Albtraum. SRF/Matterhorn Film & TV AG

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Sendeplatz

Mittwoch um 23:50 Uhr auf SRF zwei.

Die Welt von Jennifer Tree (Elisha Cuthbert) besteht aus glamourösen Partys, schicken Hotels und Designerkleidern. Ihr makelloses Aussehen hat die junge Frau zu einem begehrten Model gemacht, das ein unbeschwertes Leben voller Annehmlichkeiten geniesst. Doch jemand beobachtet die schöne Blondine heimlich, weiss über alle ihre Gewohnheiten Bescheid – und nutzt dieses Wissen für ein perfides Verbrechen aus.

An einer der unzähligen Partys wird Jennifer plötzlich schwindlig. Nach einem Blackout wacht sie in einer Art Bunker wieder auf. Ein unheimlicher, unsichtbarer Entführer spielt ein mörderisches Spiel mit ihr: Indem er bestimmte Gegenstände aus ihrer Wohnung in ihr Gefängnis schleust, will er Jennifer indirekt auf ihr arrogantes, selbstsüchtiges Verhalten aufmerksam machen und zur Einsicht bewegen. Als sie sich gegen die aufgezwungene Reue auflehnt, setzt der Kidnapper unsanfte Mittel ein. Doch dann bietet sich Jennifer eine Möglichkeit zur Flucht.

Umstrittene Produktionsgeschichte

Die russisch-amerikanische Koproduktion «Captivity» stand unter keinem guten Stern. Obwohl das Drehbuch von Larry Cohen («Phone Booth», «Cellular») stammte und Oscar-Preisträger Roland Joffé («The Mission») auf dem Regiestuhl sass, zweifelte die Produktionsfirma After Dark Films nach dem Dreh am Potenzial des Kidnapping-Thrillers. In Los Angeles und New York wurden deshalb Plakate ausgehängt, deren Motive einen brutalen und blutigen Film im Still von «Hostel» erwarten liessen. Prompt gingen Beschwerden deswegen ein, «Captivity» erlangte zweifelhafte Berühmtheit. Ob dieser Hype bewusst inszeniert wurde oder die Kampagne unbeabsichtigt an die Öffentlichkeit gelangte, ist unklar.

Jedenfalls trieb diese Reaktion den Produzenten Courtney Solomon an, dem mittlerweile legendären Ruf auch gerecht zu werden, indem er «Captivity» umschnitt und blutige Folterszenen nachdrehte. Der Thriller entsprach so der umstrittenen Plakatkampagne und reihte sich ein in «Torture Porn»-Filme wie «Saw» und «Hostel». Der erhoffte Publikumsandrang blieb jedoch aus.

Schweizer Radio und Fernsehen zeigt den Director's Cut, also die von Roland Joffé ursprünglich intendierte Fassung, die vor allem auf Suspense und Thrills setzt und sich mit Andeutungen begnügt, statt auf Splatter-Effekte zu setzen.