Film-Tipp des Tages: Day is done

Der Protagonist ist nie zu sehen, bewegt sich scheinbar nicht vom Fleck. Er wird aber plastisch durch die Stimmen, die sich an ihn wenden - freundschaftlich, aufklärend, fordernd, je nach Anliegen. Anspruchslos nimmt der Anrufbeantworter alles entgegen.

Helikopter vor dem Kamin der Kehrichtverbrennung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Helikopter vor dem Kamin der Kehrichtverbrennung. SRF/Okofilm/Thomas Imbach

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Sendeplatz

Mittwochnacht um 00:10 Uhr auf SRF 1 und anschliessend im SRF Player.

Der Blick aus dem Atelierfenster des Protagonisten im Zürcher Kreis 4 prägt die Bilder des Films. Majestätisch ragt der rauchende Schlot der Kehrichtverbrennung in den Himmel. Züge rattern über die Brücke. Langsam wachsen Prime Tower und Mobimo Tower. Der öffentliche Raum verändert sich. Der todgeweihte Güterbahnhof direkt unter dem Fenster lebt, ist eine Plattform für kuriose Beobachtungen. Die Jahre vergehen, und der Mann hinter der Kamera wird immer realer.

Über die Produktion

Die mit einer 35mm-Kamera aufgenommenen Landschaftsbilder entstanden zwischen 1995 und 2010; die authentischen Nachrichten auf dem Anrufbeantworter stammen aus der Zeit zwischen 1988 und 2003. Zusammen ergeben Ton und Bild das Porträt eines unsichtbaren Mannes hinter der Kamera. Seine Persönlichkeit spiegelt sich in den Stimmen und Botschaften der Anrufer.

Sendung zu diesem Artikel

  • Video «Day is done - Eine fiktive Autobiographie von Thomas Imbach» abspielen
    SRF 1 03.04.2013 00:10

    CH: Filmszene
    Day is done – eine fiktive Autobiografie von Thomas Imbach

    03.04.2013 00:10

    Ein Stück Zeitgeschichte auf engstem Raum. Der Mann hinter der Kamera steht am Fenster seines Ateliers. Er filmt bei Tag und bei Nacht, bei Regen und Schnee. Auf seinem Anrufbeantworter hören wir Mitteilungen. Die Jahre vergehen. Langsam wird die Stadtlandschaft zur inneren Landschaft des Mannes.