Film-Tipp des Tages: Fracture - Das perfekte Verbrechen

Ein ehrgeiziger Staatsanwalt (Ryan Gosling), der im Fall eines Ingenieurs (Anthony Hopkins) ermittelt, der seine untreue Frau ermordet haben soll, lässt sich auf ein perfides Kräftemessen ein.

Ein Mann öffnet mit beiden Armen eine Doppeltür. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Durchsetzungskraft: Ryan Gosling als Willy Beachum. SRF/Warner Bros. International Television Distribution

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Sendeplatz

Samstag um 23:05 Uhr auf SRF zwei.

Als der erfolgreiche Ingenieur Ted Crawford (Anthony Hopkins) entdeckt, dass seine junge Frau Jennifer (Embeth Davidtz) eine Affäre hat, bringt er sie um. Dabei geht er ebenso planmässig, kühl und präzise vor, wie er das von Berufs wegen gewohnt ist. Unter den Polizisten am Tatort ist auch Detective Rob Nunally (Billy Burke). Ihm allein gewährt Crawford Zugang zum Haus und gibt überraschenderweise sofort zu, seine Frau erschossen zu haben. Als Nunallys Blick zum Opfer am Boden wandert, starrt er wie betäubt auf die reglose Frau, die in einer riesigen Blutlache liegt: Es ist seine Geliebte, deren wahre Identität er nicht kannte. Obwohl auf Jennifer aus kurzer Distanz geschossen wurde, lebt sie noch.

Unkonventioneller Prozess

Crawford wird verhaftet und nach seinem Geständnis angeklagt. Für Willy Beachum (Ryan Gosling), Gehilfe des Bezirksstaatsanwalts (David Strathairn), scheint das ein todsicherer Fall zu sein, den er mit links abwickelt. Beachum ist ein junger, erfolgsverwöhnter Karriere-Überflieger, den längst ein lukrativer Job in einer grossen Kanzlei erwartet. Doch so einfach, wie der Fall scheint, ist er nicht. Crawford plädiert vor Gericht auf «nicht schuldig» und verzichtet zur Überraschung aller auf einen Verteidiger. Er verlangt zudem, dass Beachum weiter als Staatsanwalt die Anklage vertete.

Der siegessichere Junganwalt lässt sich darauf ein. Schon bald zeigen sich die ersten Fallstricke: Obwohl alles für Crawford als Mörder spricht, bleibt die für die Beweisführung benötigte Tatwaffe verschwunden. Spätestens als bei der Vernehmung ans Tageslicht kommt, dass Detective Nunally mit Crawfords Frau eine Affäre hatte, wird Beachum klar: Der Angeklagte ist ein Spieler, der auf ein Kräftemessen mit ihm aus ist und beweisen will, dass ihm der perfekte Mord gelungen ist.

Hochkarätige Cast

Mit Oscar-Preisträger Anthony Hopkins und Jungtalent Ryan Gosling vereinte Regisseur Gregory Hoblit ein ungleiches Duo vor der Kamera, das sich in «Fracture» trickreich bekämpft. Während Hopkins als Crawford von seiner Lebenserfahrung zehrt sowie rational und planmässig vorgeht, gibt Gosling den Anwalt Beachum als hochnäsigen, aufbrausenden und selbstverliebten Schnösel. Der 1937 geborene Waliser Hopkins kann auf eine lange Fernseh- und Filmkarriere zurückblicken. In bester Erinnerung sind seine Auftritte als Serienmörder Hannibal Lecter, als Van Helsing in Coppolas «Dracula» und als Richard Nixon in Oliver Stones Biopic. Zuletzt war er als nordischer Göttervater Odin in «Thor» in den Schweizer Kinos zu sehen.

Ryan Goslings Sprung in den Hollywood-Olymp

Ryan Gosling, der sich bis anhin vor allem in Independent-Filmen wie «Half Nelson» und «Lars and the Real Girl» als erfolgversprechendes Nachwuchstalent einen Namen gemacht hatte, gelang im Jahr 2011 der Sprung in die Topliga Hollywoods. Nach dem coolen Fluchtfahrer in «Drive» beehrte er das Schweizer Kinopublikum zuletzt erneut als ganz ausgefuchster, abgebrühter Macker: im Gangsterfilm «Gangster Squad», dem Ensemblestück «The Place Beyond the Pines» und dem blutigen Rachedrama «Only God Forgives». Ein nächster Film ist abgedreht, doch steht in den Sternen, wie lange der Autorenfilmer Terrence Malick sich für die Postproduktion seines noch nicht betitelten Werkes Zeit lassen wird.