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Film & Serien Film-Tipp des Tages: «Grand Central»

Gary nimmt einen Job in einem AKW an und findet im Team eine Ersatzfamilie. Bald verliebt er sich in die Kellnerin Karole, doch sie ist bereits verlobt. Nicht nur diese Liebe bringt Gary in eine heikle Situation, bei der Arbeit fälscht er regelmässig Tests und ist zu viel Radioaktivität ausgesetzt.

Eine Frau liegt einem Mann in den Armen. Sie liegen im Gras und sind nackt.
Legende: Heimliche Liebe: Léa Seydoux als Karole und Tahar Rahim als Gary. SRF/Frenetic Films

Gary (Tahar Rahim) ist auf der Suche nach einem Neuanfang und bewirbt sich als Reinigungskraft in einem Atomkraftwerk. Die mühsame und gefährliche Arbeit in unmittelbarer Reaktornähe schweisst das Team um die beiden erfahrenen Arbeiter Gilles (Olivier Gourmet) und Toni (Denis Menochet) zusammen.

Gary fühlt sich auf dem Campingplatz neben dem Kraftwerk bald zu Hause. Zur Gruppe um die Arbeiter gehören auch die beiden Frauen Maria (Nozha Khouadra) und Karole (Léa Seydoux). Karole ist Tonis Verlobte, was sie nicht davon abhält, Gary vor allen anderen leidenschaftlich zu küssen. Was ihr Kuss auslöse, so erklärt sie, sei, wie es sich anfühle, wenn man zu viel radioaktive Strahlung abbekommen habe.

Der Kuss hat Folgen: Gary verliebt sich Hals über Kopf in Karole und will mit ihr zusammen sein. Auch Karole empfindet etwas für Gary und lässt sich auf eine Affäre ein. Doch gegenüber Toni hat sie ein grosses Verantwortungsgefühl: Ihn zu verlassen kommt nicht in Frage. Gary wird immer ungeduldiger. Als er bemerkt, dass seine Strahlungswerte zu hoch sind, behält er es für sich und bringt sich damit in Gefahr.

Beraten durch Atomtechnikexperten

Die französische Regisseurin Rebecca Zlotowski liess sich für ihren Film «Grand Central» von Élisabeth Filhols Roman «La Centrale» inspirieren, welcher Subunternehmer in der Nuklearwirtschaft thematisiert, und vom Atomtechnikexperten Claude Dubout beraten, welcher mit «Je suis décontamineur dans le nucléaire» einen autobiografischen Einblick in die Arbeit in einem Atomkraftwerk gewährt.

Für ihre zweite Regie- und Drehbucharbeit konnte Zlotowski zwei der momentan angesagtesten französischen Schauspieler gewinnen: Tahar Rahim, der mit seiner Rolle in «Un prophète» einem grossen Publikum bekannt wurde und seither in verschiedenen französischen Produktionen zu sehen war, und Léa Seydoux, die ihren Durchbruch mit ihrer Rolle in «La vie d'Adèle» feierte, für die sie mit der Goldenen Palme ausgezeichnet wurde. Seydoux spielte bereits in Zlotowskis Erstling «Belle Épine» sowie in «L'enfant d'en haut» der Schweizerin Ursula Meier. Im Herbst 2015 wird sie als Bondgirl auf der Leinwand zu sehen sein.

Sendeplatz

Donnerstagnacht um 00:15 Uhr auf SRF 1