Film-Tipp des Tages: «Moon»

In Duncan Jones Regie-Debüt kämpft ein herausragender Sam Rockwell mit sich selbst. Der atmosphärisch dichte, fast schon kammerspielartige Science-Fiction-Film kommt ohne grosse Effektorgien aus und erinnert damit an Sci-Fi-Klassiker wie «Solaris» und «2001: A Space Odyssey».

Sam Rockwell als Sam Bell. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sam Rockwell als Sam Bell. SRF/Telepool München

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Sendeplatz

Sonntagnacht um 23:55 Uhr auf SRF 1

Dem Astronauten Sam Bell (Sam Rockwell) bleiben nur noch wenige Tage auf einer Mondstation, bevor er nach drei Jahren endlich auf die Erde zurückkehren kann. Diese lange Zeit hat er ohne ein anderes menschliches Wesen verbracht, nur der Computer Gerty war sein treuer Begleiter. Langsam setzt ihm die Einsamkeit zu, er hat Halluzinationen und träumt von seiner Familie, die ihn auf der Erde erwartet.

Über die Produktion

Sam ist im Auftrag des Energieunternehmens Lunar Industries auf der Mondbasis. Der Energiebedarf der Erde wird inzwischen von Helium-3 gedeckt, das von riesigen Maschinen auf der Mondoberfläche abgebaut wird. Nach einem Unfall während Wartungsarbeiten ausserhalb der Basis erwacht Sam in der Krankenstation wieder, und Gerty erlaubt ihm nicht, diese zu verlassen. Als Sam es trotzdem schafft, steht er plötzlich vor seinem eigenen Klon: Sam 2.

Mit «Moon» ist dem Briten Duncan Jones - Sohn von David Bowie - ein herausragendes Regie-Début geglückt. Als Kammerspiel inszeniert stellt der durchaus spannende Science-Fiction-Film die grossen Fragen nach Identität, Ethik und Zukunft der Menschheit und begeisterte damit sowohl Kritik wie Publikum. Duncan Jones hat inzwischen mit dem ebenfalls philosophisch hintergründigen Cyberthriller «Source Code» bewiesen, dass er als Regisseur keine Eintagsfliege ist. Momentan soll er sich mit einer Filmbiographie über den James-Bond-Erfinder Ian Fleming beschäftigen.

Sam Rockwell, ein Ausnahmeschauspieler

Die zweite grosse Entdeckung von «Moon» ist der alleinige Hauptdarsteller Sam Rockwell. Es gibt wohl nur wenige Schauspieler, die eine solche Rolle zu tragen vermögen. Sam Rockwell war in vielen Independent-Filmen zu sehen bevor er 1999 in «The Green Mile» und «Galaxy Quest» auch Hollywood auf sich aufmerksam machte. Für seine Rolle als Fernseh-Showmaster und CIA-Hitman Chuck Barris in George Clooneys «Confessions of a Dangerous Mind» wurde ihm an der Berlinale 2003 der Silberne Bär verliehen.

Aktuell ist er in der Krimikomödie «7 Psychos» an der Seite von Colin Farrell zu sehen. Die Stimme des Computers Gerty wird im Original übrigens von Oscar-Preisträger Kevin Spacey gesprochen.