Film-Tipp des Tages: Operation Casablanca

Der Schweizer Filmemacher Laurent Nègre hat mit «Opération Casablanca» eine ebenso rasante wie witzige Parodie auf Hollywood-Action-Filme geschaffen. Die ebenso verführerische wie tödliche Agentin Isako spielt Elodie Yung, bekannt aus «The Girl with the Dragon Tattoo» und «G.I. Joe - Retaliation».

Eine Frau und ein Mann halten die Arme hoch. Sie werden von einer Person, welche ausserhalb des Bildes steht, mit einer Waffe bedroht. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Szene aus «Operation Casablanca». SRF/Bord Cadre Films

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Sendeplatz

Mittwoch um 20:00 Uhr auf SRF zwei

Eigentlich wünscht sich der Marokkaner Saadi (Tarek Bakhari), der illegal in Genf lebt und als Küchenhilfe arbeitet, nichts sehnlicher als Papiere. Doch sein Chef Michel (Jean-Luc Bideau) malträtiert seinen Angestellten und gängelt ihn mit falschen Versprechungen.

Als Saadi eines Tages genug hat und andere Arbeit suchen geht, wird er zufällig Zeuge eines Attentats: Mitten im Wald haben Terroristen den UNO-Generalsekretär Takahata (Yoshi Oïda) verschleppt; seine Leibwächterin Isako (Elodie Yung) hat nur knapp überlebt. Die Polizei fasst Saadi am Tatort, und Inspektor Glauser (Gilles Tschudi) hält ihn zunächst für den sagenumwobenen Terrorfürsten Yussef.

Tod durch Missgeschick

Als der echte Yussef am Genfer Flughafen auftaucht und ebenfalls festgenommen wird, sperrt man ihn zu Saadi in die Zelle. Durch ein Missgeschick verursacht Saadi den Tod des Topterroristen. Nun zwingen Glauser und Isako den arglosen Schwarzarbeiter zu einem gefährlichen Handel: Um Takahata freizupressen, wird Saadi an Yussefs Stelle den Geiselnehmern ausgehändigt. Will er nicht sterben, muss Saadi den Terroristen Hassan (Zinedine Soualem) und Abdelghani (Émile Proulx-Cloutier) weismachen, dass er der legendäre Drahtzieher zahlloser Anschläge sei. Isako allerdings hat mit Saadi anderes im Sinn als Glauser, der nur die peinliche Entführung Takahatas auf Schweizer Boden vertuschen will. Da entdeckt Saadi das teuflische Geheimnis hinter der «Operation Casablanca».

Hollywood-reife Parodie

Der Genfer Laurent Nègre verhalf 2005 mit seinem subtilen Regie-Début «fragile» Marthe Keller zu einer starken Altersrolle, die ihr einen Schweizer Filmpreis eintrug. Sein zweiter Spielfilm, «Opération Casablanca», ist ein radikaler Schritt in eine ganz andere Richtung; mit dieser Hollywood-reifen Parodie auf Terrorismus-Thriller von «24» bis «Die Hard» beweist Nègre viel Sinn für Action, Tempo und politisch unkorrekte Komik.

Gekonnt spielt er mit Klischees des Genres, macht sich über islamistische Terroristen ebenso lustig wie über die Vorurteile der Westler und schafft es, einen marokkanischen Sans-Papiers zum sympathischen Antihelden zu machen. Die Hollywood-erprobte Elodie Yung bestreitet als schlagkräftige Femme fatale die bisher wohl überzeugendsten Kampfszenen in einem Schweizer Film. Julieta Serrano, bekannt aus Filmen von Pedro Almodóvar, sorgt als Mutter eines unbedarften Genfer Polizisten, die immer im falschen Moment auftaucht, für einen hübschen Running Gag.