Film-Tipp des Tages: «Sein letztes Rennen»

Um der Tristesse im Altersheim zu entkommen, beginnt der ehemalige Olympiasieger Paul mit Lauftraining. Gegen alle Widerstände will er nochmals am Berlin-Marathon mitrennen. Unterhaltungs-Allrounder Dieter Hallervorde beweist in «Das letzte Rennen», dass er ein ernstzunehmender Schauspieler ist.

Ein älteres Paar liegt sich in den Armen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gehen durch Dick und Dünn: Die Eheleute Paul und Margot. Tatja Seibt als Margot Averhoff, Dieter Hallervorden als Pau... Copyright SRF/Nadja Klier

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Sendeplatz

Freitagabend um 20:00 Uhr auf SRF zwei.

Als Margot Averhoff (Tatja Seibt) zum dritten Mal in kürzester Zeit hinfällt und sich dabei den Kopf stösst, drängt die schwer beschäftigte Tochter Birgit (Heike Makatsch) ihre Eltern dazu, endlich ins Altersheim zu ziehen.

Dem immer noch rüstigen Paul (Dieter Hallervorden) graut davor – aber für die grosse Liebe seines Lebens ist er bereit, den Schritt zu tun. Im Heim fällt es ihm jedoch schwer, sich mit dem ewig gleichen Alltagstrott abzufinden, mit den rigiden Regeln, der Basteltherapie und der Lethargie der anderen Senioren. Er will der Tristesse entfliehen und zurück nach Hause.

Doch dann fällt sein Blick auf ein altes Foto, auf dem er drauf zu sehen ist, mit Margot im Arm, am glücklichsten Tag seines Lebens: 1956 gewann er bei den Olympischen Spielen in Melbourne die Goldmedaille im Marathonlauf.

Trainieren für den Marathon

Statt am internen Gottesdienst teilzunehmen, putzt er daraufhin seine alten Turnschuhe und geht im Park rennen. Als er danach im Esssaal laut verkündet, er trainiere für den Berlin-Marathon, schütteln alle ungläubig den Kopf. Der selbstgerechte Rudolf (Otto Mellies) lacht laut heraus. Doch Paul meint es ernst: Wie früher, will er, dass Margot ihm beim Training hilft.

Schnell wachsender Fanclub

Als die Heimbewohner hören, wer dieser Neue, der sich allem verweigert, eigentlich ist, können sie sich erinnern, wie stolz sie damals waren auf «ihren Paul». Plötzlich hocken alle auf den Parkbänken statt im Bastelkurs, um ihn anzufeuern, sehr zum Unmut der Heimleitung, die sogar einen Neurologen hinzuzieht, um den Alten für verrückt zu erklären.

Aber da büxt Paul mit seiner Margot aus, kommt bei seiner Tochter unter und setzt sich in Beckmanns Talkshow. Auf einmal erfährt ganz Deutschland von seinem Fall und von den traurigen Bedingungen in Altersheimen.

Tragik vor dem Rennen

Dann, wenige Tage vor dem Rennen, stirbt Margot an einem Gehirntumor. Für Paul bricht eine Welt zusammen. Arzt und Heimleitung untersagen ihm die Teilnahme. Als er einen Zusammenbruch hat, wird er mit Medikamenten sediert und fixiert. Doch am Tag des Wettkampfs befreien ihn ein junger Pfleger (Frederick Lau) und Heimbewohner Rudolf aus dem Krankenzimmer und bringen ihn in die Stadt: Paul Averhoff steht am Start des Berlin-Marathon.