Film-Tipp des Tages: The Wrestler - Ruhm, Liebe, Schmerz

Ein Wrestler am Karriereende muss bitter erfahren, dass das Leben nach dem Sport für ihn nur noch Erniedrigungen bereithält. Preisgekröntes Sportlerdrama von Darren Aronofsky mit Mickey Rourke.

Ein muskulöser Mann mit langem Haaren in einem Boxring. Gekleidet in Wrestler-Kleidung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ungutes Bauchgefühl. SRF/Degeto

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Sendeplatz

Mittwoch um 23:45 Uhr auf SRF zwei.

Randy «The Ram» Robinson (Mickey Rourke) ist ein Gladiator des Pop-Zeitalters. Als Wrestler feierten ihn früher die Fans in ganz Amerika. Doch der Preis dieses Ruhmes ist hoch: Der Star von einst ist heute ein Wrack, er hält sich mit Billigkämpfen für seine letzten, unverbesserlichen Anhänger über Wasser. Selbst mit der üblichen Dosis an Steroiden lässt sich der körperliche Verfall nicht mehr aufhalten.

Nach einem Herzanfall erkennt Randy endlich seine Grenzen: Der Einzelgänger nimmt Kontakt zu seiner lang entfremdeten Tochter Stephanie (Evan Rachel Wood) auf. Doch diese will zuerst nichts von ihm wissen, die Kluft zwischen den beiden ist einfach zu gross. In der Stripperin Cassidy (Marisa Tomei) scheint Ray eine Seelengefährtin zu finden. Und er wagt sogar die ersten Schritte in ein gewöhnliches Berufsleben als Metzger eines Supermarkts. Doch Wrestling ist mehr als ein Job, den man einfach so ablegen kann, es ist ein Schicksal. Seine Identität und seine Würde findet er nur im Wrestling-Ring. So sagt er für das Rematch zu und tritt zum Kampf seines Lebens an.

Obsessive Figuren sorgen für Kritikerlob

Das Branchenmagazin «Variety» über «The Wrestler»: «Rourke gelingt ein elektrisierendes, humorvolles und zutiefst berührendes Porträt, sein Wrestler Randy gehört zu den ganz grossen, stilbildenden Figuren der Filmgeschichte. Eine elementare Geschichte wird einfach und brillant erzählt. Darren Aronofskys vierter Film ist ein Sieger auf allen Fronten.» Und das «Rolling Stone Magazine» schwärmt: «Man schaut 'The Wrestler' und ist einfach glücklich - nur wirklich grosse Filme schaffen das.»

Obsessive Figuren sind in Filmen von Regisseur Darren Aronofsky nichts Neues: In «Pi» stand ein paranoider Mathematiker im Mittelpunkt, in «Requiem for a Dream» ein Junkiepärchen und in «Black Swan» eine von Ehrgeiz getriebene, schizophrene Balletttänzerin. In «The Wrestler» verhalf er der 1980er-Ikone Mickey Rourke zu einem gloriosen Comeback als rührender, aber würdevoller alter Kämpe Ray, der seine Einsamkeit am Ende seiner Laufbahn zu meistern versucht. Der mehrfach preisgekrönte Film ist mit Marisa Tomei und Evan Rachel Woods auch in den Nebenrollen topbesetzt.