Film-Tipp des Tages: Tim Burton's The Nightmare before Christmas

Jack Skellington, Fürst des Gruselfests Halloween, lässt den Weihnachtsmann entführen, um selbst das Christfest zu inszenieren. Schwarzpoetische Trickfilm-Fabel.

Eine Skelett-Puppe vor einem Weihnachtsbaum. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch die Halloweengeister wollen Weihnachten feiern. SRF/Disney Enterprises, Inc.

Obschon er König von Halloween-Town ist und sein letztes Halloween-Fest ein Riesenerfolg war - Jack Skellington ist keineswegs glücklich. Betrübt schleicht er durch die Gassen. Auch die Lumpenpuppe Sally kann ihn nicht erheitern. Besorgnis macht sich im Dorf breit, als Jack plötzlich spurlos verschwindet. Umso erfreuter ist man, als der knochige Kerl wieder auftaucht und erst noch bester Stimmung ist. Aufgeregt erzählt er seinen Untertanen von seiner Entdeckung: Er war in «Christmastown» und wurde dort Zeuge eines fröhlichen Festes. Alles sei so schon beleuchtet und bunt gewesen.

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Sendeplatz

Samstag um 14:15 Uhr auf SRF zwei.

Jack ist der Überzeugung, dass auch Halloween-Town ein Weihnachtsfest veranstalten sollte, obschon ihm - er gibt es zähneknirschend zu - der genaue Sinn dieses Fests verborgen geblieben ist. Zusammen mit seinen dämonischen Helferchen und Vampiren macht er sich höchstpersönlich an die Festvorbereitungen. Der Weihnachtsmann wird entführt und dingfest gemacht. Jack streift sich die rote Zipfelmütze über und sorgt dafür, dass die Kinder wie immer ihre Geschenke bekommen. Aber diesmal ist es eine Bescherung der gruseligen Art. Der echte Weihnachtsmann muss inzwischen nicht nur um seinen Ruf, sondern auch um sein Leben fürchten.

Der Meister des Surrealismus

Mit Filmen wie zuletzt «Alice in Wonderland», «Dark Shadows» oder den beiden ersten, exzellenten «Batman»-Spektakeln festigte Regisseur Tim Burton seinen Ruf als erfolgreicher Regisseur. In «The Nightmare Before Christmas» spielt Burton, der als Zeichner bei Disney angefangen hat, sein Flair für Animationsfilme aus. Durch eine liebevoll gestaltete, surreale Landschaft und ebensolche Gebäude, die an Werke von Dalí und Gaudí erinnern, kreuchen und fleuchen die bizarrsten Gestalten. Burtons reizende und gruselige, aber auch rührende Geschichte dürfte keineswegs nur Kinderherzen höher schlagen lassen. Er und sein Regisseur Henry Selick («Coraline») revolutionierten mit ihrem Team die sonst als schwerfällig verschriene Stop-Motion-Technik. Dank computergesteuerter Kameras konnten Burton und Selick ihre Vorstellungen von Christmas- und Halloweentown perfekt inszenieren.

Zuletzt realisierte Tim Burton den Stop-Motion-Animationsfilm «Frankenweenie». Hier wie dort mit von der Partie ist auch Danny Elfman, Burtons Hofkomponist, der einmal mehr die passende Filmmusik geliefert hat, unter anderem eine Anzahl schön schräger Songs.