Goldene Palme für den Briten Ken Loach

Die Goldene Palme des Filmfestivals Cannes geht an das Sozialdrama «I, Daniel Blake» des Briten Ken Loach. In dem berührenden Film schildert er den Kampf eines Arbeitslosen und einer alleinerziehenden Mutter gegen die Ungerechtigkeiten des Wohlfahrtssystems.

Schauspielerin Hayley Squires und Regisseur Ken Loach beim Screening von "I, Daniel Blake" in Cannes. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Schauspielerin Hayley Squires und Regisseur Ken Loach beim Screening von «I, Daniel Blake» in Cannes. Keystone

Es ist die zweite Goldene Palme für Ken Loach: Der 79-Jährige gewann bereits 2006 für das historische Drama «The Wind That Shakes the Barley». Für Grossbritannien ist es die achte Goldene Palme in der Geschichte des Festivals.

Einschätzung von Filmredaktor Michael Sennhauser

3:46 min, aus SRF 4 News aktuell vom 23.05.2016

«Toni Erdmann» überraschend ohne Auszeichnung

Die deutsche Regisseurin Maren Ade, die als grosse Favoritin gehandelt worden war, ging mit «Toni Erdmann» überraschend völlig leer aus. Die Vater-Tochter-Geschichte mit falschen Zähnen und schrulligen Situationen begeisterte die Kritiker am Filmfestival Cannes.

Daniel kümmert sich rührend um Katie. Fast zu rührend, aber wirklich nur fast. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dave Johns spielt in «I, Daniel Blake» einen älteren Handwerker, der nach einer Krankheit arbeitsunfähig ist. JOSS BARRATT/SIXTEEN FILMS

In «I, Daniel Blake» erzählt Loach von einem älteren Handwerker, der nach einer Krankheit arbeitsunfähig ist – von den Behörden aber kein Geld bekommt, sondern sich stattdessen in einem aussichtslosen Kampf gegen den Irrsinn der Ämter wiederfindet.

Das Internationale Festival von Cannes gilt als das wichtigste Filmfest der Welt. Es fand in diesem Jahr zum 69. Mal statt. Im Wettbewerb konkurrierten 21 Filme um die Hauptpreise. 2015 hatte das Flüchtlingsdrama «Dheepan» des französischen Regisseurs Jacques Audiard die Goldene Palme gewonnen.

Alle Gewinner von Cannes 2016

Goldene Palme
«I, Daniel Blake», Regie: Ken Loach (Grossbritannien)
Grand PrixJuste la Fin du Monde», Regie: Xavier Dolan (Kanada)
Jury-Preis
«American Honey», Regie: Andrea Arnold (Grossbritannien)
Regie-Preis
Cristian Mungiu (Rumänien) für «Bacalaureat» und Olivier Assayas (Frankreich) für «Personal Shopper»
Bestes Drehbuch
Asghar Farhadi (Iran) für «Forushande»
Beste Schauspielerin
Jaclyn Jose (Philippinen) in Brillante Mendozas «Ma' Rosa»
Bester Schauspieler
Shahab Hosseini (Iran) in Asghar Farhadis «Forushande»