Auftragskiller, eine Bilderbuchfamilie und ein dunkles Geheimnis

Er steht für unterhaltsame Autorenfilme: Der holländische Regisseur Alex van Warmerdam. In seinem neuesten Film «Schneider vs. Bax» erzählt er die Geschichte eines Auftragskillers. Schnell weiss man allerdings nicht mehr, wer wem wozu welchen Auftrag gegeben hat. Und es wird noch komplizierter.

Ein Mann steht bis zum Bauch in einem moorigen Teich. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Schneider vs. Bax» spielt im holländischen Dickicht im Schilf und am Meer Festival del Film Locarno

«Schneider vs. Bax» (Trailer)

1:06 min, vom 9.8.2015

Der Holländer Alex van Warmerdam spielt gerne und clever mit dem Genrekino und versetzt die fantastischen Elemente in den holländischen Alltag.

Vor zwei Jahren waren es in «Borgman» die wörtlich aus dem Untergrund auftauchenden Usurpatoren von Villen und Privilegien.

In «Schneider vs. Bax» nun lässt van Warmerdam einen Auftragskiller auf einen Schriftsteller in einem einsamen Haus im Marschland los – ausgerechnet am Geburtstag des Mörders, der seiner Frau hätte helfen sollen. Wie so oft in Auftragskiller-Filmen wächst auch hier bald die Verwirrung darüber, wer den Auftrag gegeben hat – und welchen.

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Frisch ab Leinwand

SRF-Filmkritiker Michael Sennhauser schaut sich am Filmfestival Locarno Filme an und schreibt über seine ersten unmittelbaren Eindrücke.

Mehr Filmbesprechungen unter sennhausersfilmblog.ch.

Wie ein perfekt konstruierter Aufziehautomat

Killer Schneider muss jedenfalls erst mal seine Frau vertrösten und sich mit einem falschen Bart verkleiden. Währenddessen schmeisst Autor Bax seine Freundin aus der Hütte, weil er Besuch von seiner depressiven Tochter erwartet.

Schliesslich stehen sich zwei Klischees gegenüber: Die Bilderbuchfamilie und das dunkle Geheimnis. Und die disfunktionale Familie mit dem grossen Lebenswillen. Der Film schnurrt wie ein perfekt konstruierter Aufziehautomat von Spannung zu Spannung.