Edward Norton: «Wenn du eine Rolle für mich hast, ich bin dabei!»

Der erste Star am Filmfestival von Locarno heisst Edward Norton: Für seine rund 20-jährige Karriere wurde er mit dem «Excellence Award» ausgezeichnet. Beim öffentlichen Gespräch mit dem Festivalpublikum erzählt er von der Arbeit mit grossen Regisseuren und sagt: Filmrollen dürfen auch unbequem sein.

Norton spricht in ein Mikrofon, am Bildrand ist Chatrian zu sehen Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Edward Norton mit Carlo Chatrian, dem künstlerischen Leiter des Filmfestivals Locarno. SRF/Michael Brönnimann

Als Junge war er fasziniert von Disney und «Star Wars», heute heissen Edward Nortons Helden Woody Allen, Spike Lee oder Alejandro González Iñárritu. Nachdem er dessen Film «Biutiful» gesehen hatte, sagte er zu Iñárritu: «Wenn du eine Rolle für mich hast, ich bin dabei!»

Vor Publikum sitzt Edward Norton an einem Tisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Publikum zeigte am Podiumsgespräch mit Edward Norton grosses Interesse. Festival del Film Locarno

Lange musste er nicht warten: «Birdman» brachte Norton Anfang dieses Jahres seine dritte Oscarnominierung und dem Film selbst vier Oscars ein. «Für mich ist es ein grosser Vorteil, ein Fan von der Arbeit eines Regisseurs zu sein», sagt Norton. Die Sprache und den Ton eines Regisseurs zu kennen erlaube ihm, sich dessen Stil richtig hinzugeben.

Die Entscheidung für eine Rolle sei nicht immer leicht. So war es für Norton 1998 beim Film «American History X», in dem er einen Neonazi spielt. Die Figur sei zu weit weg von ihm, dachte er zuerst – nahm die Rolle aber dann trotzdem an. Das Resultat war eine Oscarnominierung für Norton und eine Lektion fürs Leben: «Ich fühle mich wohler, Rollen anzunehmen, in denen ich mich nicht wohl fühle.»