70. Filmfestival Locarno Papa bleibt Papa – auch als Frau

Fanny Ardant zeigte auf der Piazza Grande in Locarno das Familien-Drama «Lola Pater». Darin spielt sie einen Vater.

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Fanny Ardant in «Lola Pater»

0:44 min, vom 5.8.2017

Als die Mutter des Parisers Zinedine (Tewfik Jallab) – «Zino» genannt – stirbt, macht dieser sich auf die Suche nach seinem Vater Farid Chekib. Der hat die Familie vor 25 Jahren verlassen, als Zino noch ein kleiner Junge war.

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Bildlegende: Fanny Ardant in «Lola Pater». pardo.ch

Weil seine Eltern sich nie haben scheiden lassen, sieht sich Zino nun gezwungen, Farid über den Tod seiner Frau zu informieren.

Was Zino nicht weiss: Sein Vater hat sich vor Jahren einer Geschlechtsangleichung unterzogen. Als er an der vom Notar angegebenen Adresse ankommt, findet er keinen Farid, sondern eine Lola Chekib (Fanny Ardant) vor.

Lola statt Farid

Zino ahnt nicht, dass er sich soeben zum ersten Mal seit einem Vierteljahrhundert mit seinem Vater unterhalten hat. Er macht sich, nach einem unergiebigen Gespräch, auf den Weg zurück nach Paris.

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SRF am Filmfestival Locarno

Im Radio:

SRF 2 Kultur und SRF 4 News sind während des Filmfestivals gemeinsam vor Ort: «Live aus Locarno» mit aktuellen Filmen und prominenten Gästen – vom 3. bis 11. August, Mo-Fr, um 11 Uhr live auf SRF 4 News und 12 Uhr auf SRF 2 Kultur.

Im TV:

«Filmfestival Locarno 2017 - Das Spezial» am 9. August um 22.25 Uhr auf SRF 1.

Bevor er aufbricht, hinterlässt er Lola noch seine Visitenkarte. Sie solle sich bei ihm melden, wenn sie von Farid höre.

Klischeefreier Humor

Kurz darauf entschliesst sich Lola, nach Paris zu fahren. Sie will Zino die Wahrheit über sich erzählen. Mit der Art und Weise, wie sie dies anstellt, überrumpelt sie allerdings ihren Sohn. Er bricht die Begegnung irritiert ab und stürmt davon.

Was folgt, ist eine glaubwürdig inszenierte Annäherung der beiden – die beim Zuschauer die Frage aufwirft, inwiefern die Vaterrolle schlussendlich vom Geschlecht definiert wird.

Dass Filmemacher Nadir Moknèche in seiner ungewöhnlichen Vater-Sohn-Geschichte regelmässig humorvolle Momente einbaut, ohne dabei in die Klischee-Falle zu tappen, ist erfrischend.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Mit Fanny Ardant in Locarno

    Aus glanz und gloria vom 4.8.2017

    Fanny Ardant, eine grosse Dame des französischen Kinos, hat das Filmfestival von Locarno beehrt. Die 68-jährige Schauspielerin spricht mit «G&G» über die Herausforderungen der Rolle in ihrem neusten Film. In «Lola Pater» von Nadir Moknèche verkörpert sie eine algerienstämmige Transsexuelle. 25 Jahre nachdem sich Farid in Lola verwandelt und Frau samt Kind verlassen hat, kehrt ihr Sohn in ihr Leben zurück.