«Wir werden sehr ernst genommen» – die Jugendjury in Locarno

Neben der grossen Wettbewerbsjury bewertet auch eine Jugendjury die Filme in Locarno. Die Jugendlichen bekommen damit einen Einblick hinter die Kulissen des Festvialbetriebs. Und auch wenn ihre Bewertungen immer im Schatten der «richtigen» Jury stehen: Ihre Arbeit nehmen sie ernst.

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Die jungen Cinephilen in Locarno

1:25 min, vom 12.8.2015

Das einzige Kriterium ist das Alter: Die Jurymitglieder sollten zwischen 17 und 21 Jahren sein. «Und sie sollten gerne Filme gucken», sagt Filippo de Marchi, einer der Betreuer. 33 Jugendliche aus Frankreich, Italien, der Romandie und dem Tessin bilden die Jugendjury. «Ich bin fast überrascht, wie ernst sie ihre Aufgabe nehmen», sagt de Marchi.

Gelbe Stühle auf der Piazza Grande in Locarno. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Auch die cinephile Jugend hat ihren Platz auf der Piazza Grande in Locarno. Keystone

«Natürlich nehmen wir unsere Arbeit sehr ernst», stellt Juror Timothée Zurbuchen klar. «Ich glaube, deshalb werden wir auch ernst genommen.» Zurbuchen studierte Regie an der École cantonale d'art in Lausanne.

Alle Jugendjuroren sind «cinéphil», wie Zurbuchen machen die meisten eine Ausbildung im Bereich Film: Die Maturandin Maya Barenstein wird im Herbst ihr Studium der Filmwissenschaften in Zürich beginnen, Ferdinand Regent aus Paris hat Theater studiert.

Für die Jugendlichen ist die Jury die Chance, den Festivalbetrieb aus einer Perspektive mitzuerleben, die sonst nur ganz wenigen vorbehalten ist. «Wir lernen unglaublich viele Menschen aus der Branche kennen, wir tauschen uns aus, sehen viele Filme, und diskutieren drüber» sagt Maya Barenstein. Und was die Juroren am meisten beeindruckt? «Der Enthusiasmus der Zuschauer», sagt Ferdinand Regent. «Es gibt so viele Leute hier, die Schlangen vor den Kinosälen sind immer unglaublich lang – selbst bei den Kurzfilmen.»

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