Gilberte de Courgenay (1941)

In seinem Spielfilmdebut hat Franz Schnyder 1941 eine Militärgeschichte aus dem Ersten Weltkrieg erzählt. Mit der Rolle der Gilberte gab er der jungen Waadtländerin Anne-Marie Blanc (1919-2009) die Rolle ihres Lebens. «Gilberte de Courgenay» wurde zum grossen Schweizer Kino-Klassiker.

Inhalt

Im Mittelpunkt der einfachen, geradlinigen Geschichte von «Gilberte de Courgenay» stehen eine Kompanie Soldaten, ein Juradorf und eine unvergessliche Wirtstochter. Die Kompanie aus der Deutschschweiz rückt während des Ersten Weltkriegs im welschen Städtchen Courgenay ein. Soldaten und Offiziere verfallen sehr bald dem Charme der hübschen und hilfsbereiten Gilberte (Anne-Marie Blanc). Trotzdem sind viele enttäuscht und empört über die Nachricht, dass die Dienstzeit verlängert werden muss und die Soldaten auch die Weihnachtszeit in Courgenay zu verbringen haben.

Traurig ist vor allem der Kanonier Peter Hasler (Erwin Kohlund). Er hat sich in Tilly (Ditta Oesch), die Tochter seines Göttis (Heinrich Gretler), verliebt, schreibt ihr jede Woche Briefe und erhält nie eine Antwort. Peter weiss nicht, dass seine Briefe von Tillys Vater, der diese unstandesgemässe Beziehung ablehnt, unterschlagen werden.

Gilberte versucht, Peter zu trösten, ihn aufzuheitern. Dabei entspinnt sich zwischen den beiden eine zarte Liebesgeschichte. Als Tilly von den Machenschaften ihres Vaters erfährt, reisst sie daheim aus und fährt nach Courgenay. Verzweifelt entdeckt sie dort die Beziehung zwischen Gilberte und Peter. Aber die grossmütige Gilberte verzichtet auf ihre Liebe und bringt die beiden wieder zusammen.

Hintergrundinformationen

«Gilberte de Courgenay» ist 1941 nach dem gleichnamigen Roman und Bühnenstück von Rudolf Bodo Mäglin entstanden. Richard Schweizer und Kurt Guggenheim schrieben das Drehbuch. Ein populäres Lied, das die hochverehrte kleine Gilberte besang, wurde zum attraktiven Leitmotiv.

Eine ganze Garde von bekannten Schauspielern, Kabarettisten und Charakterköpfen sicherte den Erfolg, darunter Heinrich Gretler, Erwin Kohlund, Zarlie Carigiet, Schaggi Streuli, Rudolf Bernhard, Max Knapp und Peter W. Staub. Zum Garanten für die Unvergänglichkeit des Werks aber wurde Anne-Marie Blanc, von der damals eine Zeitung schrieb: «Eine anmutige, graziöse und sehr dezente Welschschweizerin, die zugleich ein glaubwürdiges, leicht gebrochenes Deutsch spricht».

1)News-Beiträge zum Film

Zahlen und Fakten

  • Produktion: Praesens-Film AG, Zürich (unter dem Patronat der Schweizerischen Nationalspende)
  • Produzent: Lazar Wechsler
  • Erstaufführung: 17.04.1941 im Kino Urban in Zürich
  • Drehzeit: Februar/März 1941
  • Innenaufnahmen: Filmstudio Rosenhof, Zürich
  • Aussenaufnahmen: Courgenay und Umgebung (Jura)

Quelle: «Geschichte des Schweizerfilms» (Hervé Dumont, Lausanne 1987)

Cast

  • Anne-Marie Blanc als Gilberte Montavon
  • Erwin Kohlund als Peter Hasler
  • Heinrich Gretler als Friedrich Odermatt
  • Ditta Oesch als Tilly Odermatt
  • Rudolf Bernhard als René Gengenbach
  • Jakob Sulzer als Otto Helbling
  • Hélène Dalmet als Madame Montavon
  • Zarli Carigiet als Luzi Caviezel
  • Max Knapp als Fritz Gubler
  • Schaggi Streuli als Gustav Hannaret
  • Peter W.Staub
  • Charles Ferdinand als Vaucher
  • Richard Schweizer

u.v.a.

Crew

  • Regie: Franz Schnyder
  • Drehbuch: Richard Schweizer und Kurt Guggenheim (in Anlehnung an den Roman von R.B.Mäglin)
  • Kamera: Emil Berna
  • Musik: Robert Blum
  • Chanson «C'est la petite Gilberte»: Hanns in der Gand
  • Schnitt: Käthe Mey und Hermann Haller