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Film & Serien Free-TV-Premiere: «Ein besseres Leben»

Nadia und eine Restaurant-Ruine verdrehen Yann den Kopf. Als er wieder klarsieht, steht der Koch mit einem eigenen, überschuldeten Lokal und mit Nadias Bub allein da. Sozialdrama von Cédric Kahn mit Guillaume Canet («Ensemble, c'est tout») und Leïla Bekhti («Un prophète»).

Ein Mann und ein Junge vor einem Haufen Schrott.
Legende: Guillame Canet als Yann , Slimane Khettabi als Slimane. SRF/Telepool München

Yann (Guillaume Canet) ist ein Mann der Tat. Als der Kantinenkoch sich vergeblich um eine Stelle in einem Restaurant bewirbt, lässt er sich nicht entmutigen. Immerhin lernt er dort Nadia (Leïla Bekhti) kennen, mit der er nicht nur die folgende Nacht, sondern bald auch das Leben teilen möchte. Beim gemeinsamen Ausflug entdeckt die kleine Familie an einem eine Stunde von Paris entfernten Waldsee ein verlassenes Gebäude. Yann ist Feuer und Flamme: Zum Restaurant umgebaut, wäre das Haus die Chance für ein besseres Leben.

Tatsächlich glückt wenig später der Kauf des zukünftigen Restaurants im Grünen. Gleichwohl drohen Yanns hoch fliegende Träume bald in sich zusammenzufallen. Als das Haus renoviert und das Restaurant so gut wie fertig ist, findet nämlich die Baukommission dermassen viele Mängel, dass sie die Eröffnung verhindert. Die baulichen Nachbesserung wie Notschalter und Feuerschutztüren würden mit weiteren 20 000 Euro zu Buche schlagen, doch weil die Bank inzwischen gemerkt hat, dass Yann bei der Finanzierung getrickst hat, erhält er keinen Kredit mehr.

Auf der Suche nach einem würdigen Leben

Für eine gut bezahlte Stelle reist Nadia ins ferne Montreal. Den neunjährigen Knaben der allein erziehenden Mutter betreut vorerst Yann, bis der kleine Slimane nachreisen darf. Dann jedoch bleibt plötzlich jede Nachricht aus Kanada aus, und das Jugendamt findet heraus, dass Yann kein Sorgerecht besitzt.

Der französische Autorenfilmer Cédric Kahn («L'ennui», «Les regrets») erzählt in «Ein besseres Leben» eine kleine, aus dem Leben gegriffene Geschichte um zwei Menschen, die nicht das schnelle Geld oder grosse Glück suchen, sondern ein erfülltes, würdiges Dasein – und dafür noch das wenige aufgeben müssen, das sie hatten.

Das an die Dardenne-Brüder erinnernde Drama wurde 2011 in Toronto uraufgeführt und an diversen Festivals gespielt, Guillaume Canet erhielt in Rom die Auszeichnung für den Besten männlichen Hauptdarsteller. In der Schweiz gelangte Cédric Kahns Film nicht in die Kinos - dabei besitzt er durchaus Qualitäten.

Sendeplatz

Montagnacht um 01:05 Uhr auf SRF 1