Hape Kerkeling wird 50: Fünf Fakten und ein Filmschatz

Schon als 12-Jähriger wusste Hans-Peter Kerkeling: «Ich will ins Fernsehen!» Mit 18 folgte der erste längere TV-Auftritt, mit 21 der Durchbruch. Grosses Kino bot 1993 das Leinwanddebüt des deutschen Komikers: Die Satire «Kein Pardon» nahm den vermeintlichen Traumjob Showmaster auf die Schippe.

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Filmschatz: «Kein Pardon»

4:47 min, vom 3.12.2014

1. Von Loriot verschmäht, von Otto gefördert

Kerkelings lange TV-Laufbahn begann mit einer Absage: 1977 bewarb er sich erfolglos bei Loriot für die Rolle des molligen Kindes im Sketch «Weihnachten bei den Hoppenstedts». Beirren liess sich Kerkeling davon nicht. Bereits als 18-Jähriger gewann er bei einem Talentwettbewerb seinen ersten Kabarettpreis.

Mit dem Preis im Gepäck klopfte er erneut beim Fernsehen an. Diesmal klappte es. Die Ulkshow «Känguru» wurde für ihn zum Karriere-Sprungbrett. Vor allem, weil sich Otto Waalkes als Kerkeling-Fan entpuppte: Der etablierte Starkomiker führte den talentierten Jungspund in die Szene ein.

2. Gewitzte Quotenknüller und Kassenschlager

Cover der DVD «Kein Pardon», dem Kinofilmdebüt von Hape Kerkeling. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: «Kein Pardon»: Auch als Kinoheld fällt Hape Kerkeling aus dem Rahmen. Tobis

Fernsehgeschichte schrieb Kerkeling ab 1989 mit den versteckt gefilmten Gags seiner Kultshow «Total normal». Legendär wie er als Königin Beatrix verkleidet das Sicherheitspersonal im Schloss Bellevue zum Narren hielt.

Köstlich auch seine Performance als polnischer Opernsänger, dessen expressives Stück mit dem wirren Ausruf «Hurz!» endete. Kurz nach dem TV-Quotenhit «Total normal» folgte der Kino-Kassenschlager: die Medien-Satire «Kein Pardon» mit Hape Kerkeling als Regisseur und Hauptdarsteller. Eine von wenigen deutschen 90er-Jahre-Komödien, die wirklich Spass machen.

3. Humor-Pause als Pilger und Schlagersänger

Im Showbusiness wird Humor rasch zum Zwang. Oder wie es Kerkeling im Ohrwurm seines Kinodebüts ausdrückte: «Witzigkeit kennt kein Pardon!» 2006 hatte der Komiker davon genug und gönnte sich eine Humor-Pause. Er machte sich zu Fuss auf den Jakobsweg, um Gott zu finden.

Seine Erfahrungen schrieb er nieder. Und siehe da: Kerkeling funktionierte sogar ohne Gags. «Ich bin dann mal weg» verkaufte sich über drei Millionen Mal. Ungewohnt unironisch auch sein musikalischer Ausflug in die Schlager-Szene: «Ich lass mir das Singen nicht verbieten» ist Titel und Programm zugleich.

4. Seine Kunstfigur – der beliebteste Deutsche

Hape Kerkeling, verkleidet als seine Kunstfigur Horst Schlämmer am Rednerpult mit Jounalisten. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hape Kerkeling in seiner Paraderolle als Kanzlerkandidat Horst Schlämmer. Reuters

Der Wahlkampf um das Bundeskanzleramt im Jahr 2009 drohte langweilig zu werden: Zu ähnlich waren die Formeln, mit denen Angela Merkel (CDU) und Frank-Walter Steinmeier (SPD) auf Stimmenfang gingen.

Doch dann kam Hape Kerkeling und sagte im Namen seiner Kunstfigur Horst Schlämmer: «Isch kandidiere!» Mit seiner unverblümten, ehrlichen Art sprach er den Deutschen aus der Seele: «Ich garantiere, dass ich nicht vier Millionen Arbeitsplätze schaffen werde.»

Angeblich hätten satte 18 Prozent den nuschelnden Schnauzträger gewählt. Laut einer «Bild»-Umfrage war er 2009 der beliebteste Deutsche.

5. Stilvoller Rücktritt mit 50 – oder doch nicht?

Gleich zweimal erhielt Hape Kerkeling das Angebot, die Moderation von «Wetten, dass..?» zu übernehmen: 1992 und 2012. Beide Male lehnte er dankend ab. Nur einmal begrüsste er an Thomas Gottschalks Stelle die Zuschauer – als Horst Schlämmer. Das Publikum war entzückt.

Und entsetzt, als Kerkeling wenig später ankündigte, die populäre Kunstfigur bald sterben zu lassen: «Mit 50 ist Schluss! Mit Horst Schlämmer und den grossen Shows.» Nun ist Hape Kerkeling 50. Ans Aufhören gedacht hat er schon früher. Doch diesmal scheint der Komiker tatsächlich kein Pardon zu kennen.