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Film & Serien Kathryn Bigelow zeigt Bin Ladens Tötung spektakulär unspektakulär

Schwere Stoffe gelten als Kassengift. Darum versucht der Trailer von «Zero Dark Thirty» den neuen Film von Amerikas Vorzeige-Regisseurin Kathryn Bigelow als Thriller zu verkaufen. Das ändert nichts daran, dass ihr Film allen Regeln der Hollywood-Dramaturgie widerspricht. Zum Glück.

Die Heldin des Films, gespielt von Jessica Chastain, steht nachdenklich vor einem Spiegel, in dem sich die amerikanische Flagge spiegelt.
Legende: Kathryn Bigelow lässt auf subitle Art und Weise das moralische Dilemma der CIA-Analytikerin (Jessica Chastain) erahnen. Universal Pictures

«Zero Dark Thirty» beginnt denkbar unfilmisch: Vor schwarzer Leinwand hören wir Tonaufnahmen aus dem Innern des World Trade Centers kurz nach dem Einschlag des ersten Flugzeugs. Die verzweifelten Hilferufe dringen tief ein, erschüttern Mark und Bein. Mit diesem Start gibt Kathryn Bigelow gleich zu Beginn den Tarif bekannt: Sie signalisiert damit den fast schon dokumentarischen Charakter ihres Spielfilms.

Die hässliche Fratze der Folter

In der Folge blicken wir zweieinhalb Stunden lang in eine hässliche Fratze. Allerdings nicht in die des Terrors, sondern diejenige der Terrorbekämpfung. Wir sehen, wie Amerikaner Araber foltern, um den Staatsfeind Osama Bin Laden zu finden. Noch nie wurden die «erweiterten Verhörmethoden» der CIA so schonungslos zur Schau gestellt.

Dass die Regisseurin eine Folter-Gegnerin ist, bringt sie allerdings nur sehr subtil zum Ausdruck. Zum Beispiel in den entsetzten Augen ihrer zwiespältigen Heldin, die für Bin Ladens Leiche eigentlich über Leichen gehen würde. Dennoch machen sie die brutalen Verhörmethoden ihres Kollegen stutzig, lassen ein moralisches Dilemma erahnen. Kathryn Bigelow vorzuwerfen, ihr Film verbreite die Botschaft, dass Folter funktioniere, greift daher zu kurz. Das vielschichtige Drama leuchtet vielmehr die ethischen Grauzonen aus, in welche sich die USA mit ihrem resoluten Kampf gegen den Terror manövriert haben.

Spektakulär unspektakulär

«Zero Dark Thirty» ist ein Film, der schmerzt. Bewundernswert kühn zeigt die Regisseurin den Bedürfnissen nach Unterhaltung des amerikanischen Mainstream-Publikums die kalte Schulter. Ihre Jagd auf Osama Bin Laden ist weder pathetisch noch patriotisch, sondern bemerkenswert nüchtern inszeniert. Ein Film mit Schockmomenten, aber ohne echten Spannungshöhepunkt. Das widerspricht allen Regeln der klassischen Hollywood-Dramaturgie. Die Erschiessung von Osama Bin Laden so unspektakulär zu schildern, wie sie wohl war, verdient Respekt.

Legende: Video «Zero Dark Thirty» (USA 2012) abspielen. Laufzeit 04:30 Minuten.
Aus Box Office vom 30.01.2013.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Rudolf R. Blaser, Aeschi
    Spektakulär unspektakuläreMeldung+WischiwaschiKommentare ohne eind. Stellungnahme.Loch imPentagon+Krater inPAwurden durchMarschflugkörper verursacht über welche OBLnicht verfügte.Araber hatten auchNIE Zutritt zu WTC+OHNE SPRENGUNG können WolkenkratzerNICHTim freien Fall zusammenkrachen,besonders wenn dortKEINJet einschlägt+AmericanAirlines haben keine schwarzen Jets.Somit ist Film über MORD anOBL JEDENFALLS Beleidigung für normal denkende Menschen und Eigentor der wahren Terroristen.
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  • Kommentar von P., Zürich
    Tatsache ist, dass in div. Verhören der CIA Folter angewendet wurde. Ob man das nun gut findet oder nicht, sei jedem selbst überlassen. Das ein Film der schon fast gewisse dokumentarische Züge hat, diesen Teil der Suche nach OBL nicht auslässt finde ich eine Richtige und (für Hollywood) mutige Entscheidung. Ich fand den Film sehr spannend und überraschend unpatriotisch. Hier wird Realismus grösser geschrieben als Aktion und Spektakel. Für mich klar einer der besten Filme des Jahres!
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  • Kommentar von Phil, Zürich
    Wer den Film als Folter verherrlichende Propaganda interpretiert hat ihn wohl einfach nicht verstanden. Kathryn Bigelow bezieht in diesem Film keine Stellung, sondern überlässt es dem Zuschauer, sich zu den gezeigten Fakten eine eigene Meinung zu bilden. So sehen einige darin die Legitimation zur Anwendung von Folter. Andere wiederum (wie z.B. Regisseur Michael Moore in der Washington Post), sehen darin den Filmischen Beweis, dass Folter abscheulich und nutzlos ist...
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