Hollywood-Superstar Spartacus lebt! 100 Jahre Kirk Douglas

Heute vor 100 Jahren kam er zur Welt als Issur Danielowitsch Demsky: Kirk Douglas. Hollywoodstar, Rebell, Institution und nicht zuletzt auch Vater von Michael Douglas.

Kirk Douglas mit 90 Jahren. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nicht mehr ganz so durchtrainiert, aber das Kinngrübchen ist geblieben: Kirk Douglas mit 90 Jahren. Reuters

«Ich bin Spartacus!» – «Nein, ich bin Spartacus!» – «Ich bin Spartacus!» Um ihren Anführer vor der Kreuzigung durch die Römer zu schützen, behauptet jeder einzelne der Männer, er sei der Anführer des Sklavenaufstands. Und dem wahren Spartacus treibt das beinahe die Tränen in die Augen.

Kirk Douglas ist 100 Jahre alt

3:31 min, aus Kultur kompakt vom 09.12.2016

Dabei kann es nur einen geben: Superstar Kirk Douglas, schauspielerisch treibende Kraft hinter dem Aufstand im Monumentafilm von Stanley Kubrick. Und hinter der Kamera wirkte er als Produzent mit Selbstbewusstsein und Chuzpe im Jahr 1960. Da war Kirk Douglas 44 Jahre alt und ein Superstar.

Durchtrainierter Körper, charakteristisches Kinngrübchen

Sklave, Gladiator, unbesiegbarer Kämpfer: Das Image hatte sich der Sohn jüdisch-russischer Einwanderer in New York hart erarbeitet, als Ringkämpfer, Hausmeister und Navy-Soldat im Zweiten Weltkrieg. Und schliesslich, dank Stipendium, als ausgebildeter Schauspieler.

Kirk Douglas als Gladiator Spartacus im Jahr 1960. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Unvergesslich: Kirk Douglas als Gladiator Spartacus im Jahr 1960. Universal International

Douglas begann am New Yorker Broadway auf der Bühne und startete ab 1946 in Hollywood durch, zunächst häufig als eindrücklicher Schurke. Sein duchtrainierter Körper, der durchdringende Blick und das charakteristische Kinngrübchen machten ihn unverwechselbar.

Um jeden Preis an die Spitze

Er habe nie gezögert, sogenannt unsympathische Rollen anzunehmen, meinte Kirk Douglas viel später. Ihn hätte stets das dramatische Potential der Rollen interessiert. Zweifelhafte Charaktere seien nicht nur spannender, moralisch anfechtbare Handlungen seien auch ganz einfach Teil der amerikanischen Realität.

Schliesslich begleite nicht zuletzt Skrupellosigkeit den amerikanischen Traum, der Wunsch, es um jeden Preis an die Spitze zu schaffen, so Douglas.

Er wählt seine Rollen sorgfältig aus

So war es auch mit seiner bis heute bekanntesten der frühen Rollen, als «Reporter des Satans» im Boulevard-Journalisten-Drama «Ace in the Hole» von 1951. Die Figur des skrupellosen Reporters Jack Tatum, der einen lebendig Verschütteten zum Reality-Star macht, hat Douglas dabei genau so gereizt wie die Chance, mit Regie-Legende Billy Wilder zusammen zu arbeiten.

Kirk Douglas als «Reporter des Satans» in «Ace in the Hole» (1951). Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kirk Douglas als «Reporter des Satans» in «Ace in the Hole» (1951). Paramount Pictures

Douglas suchte sich nicht nur seine Rollen sorgfältig aus, sondern zunehmend auch die Regisseure, von denen er glaubte, etwas lernen zu können. Eine seiner bis heute eindrücklichsten Rollen spielte er 1956 als Maler Vincent van Gogh in Vincente Minellis «Lust for Life».

Rehabilitierung von Dalton Trumbo

Schliesslich war Kirk Douglas nicht nur als Star etabliert, sondern auch selbstbewusst genug, um die berüchtigte «Hollywood-Blacklist» der McCarthy-Kommunisten-Hysterie zu beerdigen.

Dies tat er, indem er 1959 den gesperrten Drehbuchautor Dalton Trumbo nicht nur für das «Spartacus»-Drehbuch verpflichtete, sondern auch darauf bestand, dessen Namen im Vorspann auftauchen zu lassen.

Vor zwei Jahren, halbseitig gelähmt und gezeichnet von einem Schlaganfall, erinnerte sich Kirk Douglas mit Stolz und Wehmut. Er sei eben viel jünger gewesen damals und viel starrköpfiger. Und die Geschichte mit Trumbos Rehabilitierung eigentlich sein einziger wirklich rebellischer Akt.

100 Jahre, 90 Filme

Kirk Douglas war der Reporter des Satans, er war Vincent van Gogh, er war Spartacus. Er hat in seinen 100 Jahren rund 90 Filme entscheidend geprägt und mit seiner unbändigen Lebenslust Millionen von Menschen Mut gemacht, sogar halbseitig gelähmt und vom Rollstuhl aus, mit seiner dritten Autobiographie «My Stroke of Luck».

Dank Kirk Douglas und seinen 100 Jahren sind wir heute alle ein wenig Spartacus. Und alle ein bisschen unsterblich.

Sendung: Kultur Kompakt, Radio SRF 2 Kultur, 9.12.2016, 7.20 Uhr