Er prägte unser Jesusbild: Bibel-Illustrator Kees de Kort wird 80

Seit über 40 Jahren sind die Kinderbibeln von Kees de Kort Bestseller. Und auch heute noch geben Fachleute seinen Illustrationen das Prädikat «empfehlenswert». Denn de Kort entwickelte eine eigene Bildsprache für Kinder: modern und ohne Firlefanz.

Maria liegt im Stroh und hält Jesus. Neben ihr ist ein Esel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Modern und reduziert: Die Bildsprache von Kees de Kort unterscheidet sich von anderen Bibelillustrationen. DBG

In Kinderbibeln sind Bilder mindestens so wichtig wie der Text. Die Bilder von Kain und Abel, von Sintflut oder Kreuz sollen die Kleinen nicht erschrecken, aber auch nicht kitschig sein. Und die Bilder dürfen den originalen Bibeltext nicht verfälschen. Trotzdem sollen Text und Bild einfach verständlich sein. All diese Ansprüche erfüllt der niederländische Künstler und Kunsterzieher Kees de Kort mit seinen Illustrationen. Am 2. Dezember 2014 feiert er im niederländischen Bergen seinen 80. Geburtstag.

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Buchhinweise

Buchhinweise

Hellmut Haug, Kees de Kort: «Die Grosse Kees de Kort-Bibel», Deutsche Bibelgesellschaft, 2012.

Hellmut Haug, Kees de Kort: «Was uns die Bibel erzählt: Jesus ist auferstanden», Deutsche Bibelgesellschaft, 2011.

Hellmut Haug, Kees de Kort: «Was uns die Bibel erzählt: Jesus ist geboren», Deutsche Bibelgesellschaft, 2011.

Eine eigene Bildsprache für Kinder

Kees de Kort hat nicht weniger als einen Epochenwechsel in der Geschichte der Kinderbibel bewirkt. Das sagt die Kinderbibelforscherin Christine Reents. Und die Geschichte reicht zurück bis in die Reformation. Kees de Kort habe, so Reents, eine eigene Ikonografie für Kinder entwickelt. Durchaus modernen Kunstrichtungen verpflichtet, habe de Kort die biblischen Szenen aufs Wesentliche reduziert. Im Gegensatz zu vielen neueren Bibeln gebe es bei Kees de Kort auch keinen unnötigen «Firlefanz».

Kees de Kort verpasste Jesus und den Jüngern Sandalen. Er kleidete sie in zeitlose Hänge-Gewänder, die genau in die Wüste und antike Lebenswelt passen. Die warmen Farben und runden Proportionen der Jünger und Propheten entsprechen dem Kindchen-Schema, sind aber nicht infantil.

Ein Expertenteam stand hinter Kees de Kort

In Sachen Texttreue und Psychologie wurde der Illustrator de Kort beraten: Ein grosses, ökumenisches Expertenteam bereitete die Bibelausgaben mit ihm zusammen vor. Das waren niederländische Psychologen, Pädagoginnen, Theologen und ein Rabbiner. Es ist auch diese geballte Fachkompetenz im Hintergrund, die die Qualität der Kinderbibeln von Kees de Kort ausmacht.

Die Bilderbibel war ursprünglich für geistig behinderte Kinder gedacht, ab 1967 wurde sie zum internationalen Longseller. Sie ist in schier unzähligen Varianten erhältlich: vom Pixi-Büchlein bis hin zum Memory-Kartenspiel.

So findet de Korts Werk bis heute weit über die Niederlande hinaus Anklang. Er selbst hingegen ist kaum je über Holland hinaus gekommen: Seine künstlerische Ausbildung erhielt Kees de Kort in Amersfort, Utrecht und Amsterdam. Und bis heute arbeitet er an seinem Wohnort Bergen weiter an Bibelbüchern – jetzt auch für Erwachsene.

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