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Zwei Panzer stehen vor einem Monument, umringt von vielen, jubelnden Menschen.
Legende: Der Krieg ist aus! Sowjetische Soldaten werfen am 8. Mai vor der Siegessäule in Berlin vor Freude ihre Hüte in die Luft. Keystone
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Der Krieg ist aus! «Mein Gott! Es ist vorbei!» – das Kriegsende aus erster Hand

Das Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1945 war für die damaligen Menschen ein tiefgreifendes und prägendes Erlebnis. Der neue Sammelband «Als der Krieg zu Ende war. 25 Geschichten zur Stunde Null» lässt in eindrücklicher Weise berühmte Zeitzeugen zu Wort kommen. Ein paar Kostproben.

  • Siegfried Lenz: Von der Wehrmacht desertiert

    Schriftsteller Siegfried Lenz schildert, wie er 1943 als 17-Jähriger ein Notabitur ablegte und danach zur deutschen Kriegsmarine eingezogen wurde. Seine anfänglich pubertär verklärte Sicht des Kriegs, die der Propaganda der Nazis geschuldet war, verwandelte sich alsbald in blankes Entsetzen. Kurz vor Kriegsende desertierte Lenz und geriet in britische Kriegsgefangenschaft. Unvergesslich ist ihm, wie er dort zum ersten Mal in seinem Leben eine Zeitung in die Hände bekam, die «frei war von Lüge».

  • Esther Bejarano: Knapp der Vergewaltigung entgangen

    Die 1924 geborene deutsche Jüdin und Musikerin Esther Bejarano wurde 1943 nach Auschwitz deportiert. Dort erhielt sie einen Platz im berühmt-berüchtigten Mädchenorchester. Gegen Kriegsende verschleppten sie die Nazis ins KZ Ravensbrück, von wo aus sie auf einen Todesmarsch geschickt wurde. Ihr gelang die Flucht. Um ein Haar entging sie der Vergewaltigung durch sowjetische Soldaten. Für Bejarano ging der Krieg am 3. Mai 1945 zu Ende, als sie auf Amerikaner traf.

  • Richard von Weizsäcker: Von Selbstvorwürfen geplagt

    Richard von Weizsäcker, deutscher Bundespräsident zwischen 1984 und 1994, trat 1938 als 18-Jähriger in die deutsche Wehrmacht ein. Er kämpfte an der Ostfront und wurde mehrfach verwundet. Seine anfängliche Treue als Soldat erodierte, je länger der Krieg dauerte. Er wurde zum Mitwisser des Hitler-Attentats vom 20. Juni 1944. Bei Kriegsende plagten ihn Selbstvorwürfe: Weshalb war es dem Widerstand nicht gelungen, Hitler rechtzeitig unschädlich zu machen?

  • Inge Jens: Über die amerikanischen Panzer gejubelt

    Die 1927 in Hamburg geborene Publizistin Inge Jens, die spätere Ehefrau von Walter Jens, erzählt in ihren Erinnerungen, wie sehr sich freute, als in den ersten Monaten gegen Kriegsende der Geschützdonner immer näher rückte. Als die ersten amerikanischen Panzer an ihrem Haus vorbeirollten, habe sie «ein ungeheures Gefühl der Befreiung und des Glücks» überkommen. Mit dem Entstehen der freien Presse erfasste Inge Jens das schockierende Ausmass der Nazi-Tyrannei.

  • Michail Gorbatschow: Die Verwüstungen nicht vergessen

    Der letzte Staatschef der Sowjetunion war 14, als der Krieg zu Ende ging. Er wuchs als Sohn von Kolchosbauern in der Ortschaft Priwolnoje am Nordhang des Kaukasus auf. Das Dorf wurde während des Kriegs von den Deutschen besetzt und wurde von den Kämpfen stark in Mitleidenschaft gezogen. In seiner Autobiographie schildert Gorbatschow, dass ihm beim Gedanken an das Kriegsende noch immer die Verwüstungen in seinem Dorf in den Sinn kommen.

  • Joachim Gauck: Mit den Granaten gespielt

    Der spätere Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen und derzeitige deutsche Bundespräsident war bei Kriegsende gerade einmal fünf Jahre alt. Er vermochte die Bedeutung des historischen Tages nicht zu erfassen. Joachim Gauck erinnert sich, dass er in jener Zeit gemeinsam mit anderen Jungen Blindgänger gesammelt und damit Feuerwerke veranstaltet habe. Erst viel später erfuhr er, dass sich mehrere Bewohner seines Wohnortes Wustrow an der Ostsee kurz vor dem Einmarsch der Sowjets umgebracht hatten.

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2 Kommentare

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  • Kommentar von Alex Bauert , Bern
    Das Geschwätz zum Attentat auf Hitler wider mich an. Hitler sollte nicht getötet werden von Stauffenberg etc, weil sie seine Politik nicht wollten, sondern wegen seiner Unfähigkeit, den Krieg so zu führen, dass er gewonnen werden konnte. Rommel und alle andere Generäle und Offiziere standen mit all ihrer intellektuellen und persönlichen Kraft im Dienste der Naziherrschaft und versuchten für das Hitlerdeutschland Schlachten zu gewinnen. Was soll an diesen Leute «gut» sein?
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    1. Antwort von Juha Stump , Zürich
      Kühne Worte - aber sie treffen genau zu. Dieser Heldenmythos um Stauffenberg, Rommel und Konsorten hat auch mich immer angewidert, schliesslich hatten auch sie dem "Gröfaz" den Treueeid geleistet. Zudem wäre nicht sicher gewesen, dass der Krieg bald hätte gestoppt werden können. Bis die Befehle zum Niederlegen der Waffen alle Kampftruppen in ganz Europa erreicht hätten, wären viele Wochen vergangen, und die Alliierten hätten wohl auch den Putschisten misstraut und weiter gekämpft.