Sasa Stanisic gewinnt mit «Vor dem Fest» den Leipziger Buchpreis

Sasa Stanisic hat den renommierten Leipziger Belletristik-Preis gewonnen. Die Jury prämierte seinen Roman «Vor dem Fest». Weitere Leipziger Buchpreisträger sind der Sachbuch-Autor Helmut Lethen und der Übersetzer Robin Detje.

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Bildlegende: Saša Stanišić, geboren 1978, schaffte es bereits mit seinem Erstling auf die Shortlist des deutschen Buchpreises. Getty Images

«Ein Roman als furioser Chorgesang in Prosa», würdigt die Jury «Vor dem Fest» von Saša Stanišić. Der 36-Jährige gilt als ein Shootingstar der deutschen Literaturszene. In «Vor dem Fest» erzählt er über die Nacht vor einem Fest in einem Dorf der Uckermark.

Bereits mit seinem Romandebüt «Wie der Soldat das Grammofon repariert» hat es der Deutsch-Bosnier 2006 auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises geschafft. Stanišić kam als Jugendlicher nach Deutschland, studierte in Heidelberg und am deutschen Literaturinstitut Leipzig.

Kategorie Sachbuch/Essayistik

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Leipziger Buchmesse

Vom 13. bis 16. März findet die Leipziger Buchmesse statt. Der diesjährige Schwerpunkt ist der Schweizer Literaturszene gewidmet: Auf der Website Auftritt Schweiz präsentiert der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband SBVV eine umfassende Übersicht zu Veranstaltungen und Projekten.

Der Autor und Kulturwissenschaftler Helmut Lethen erhält den Preis in der Sparte Sachbuch/Essayistik. Lethen wird für das Buch «Der Schatten des Fotografen» ausgezeichnet. Sein Essay fragt nach der Wirklichkeit in oder hinter Bildern. «Kunstinstallationen und Bilder aus dem Zweiten Weltkrieg, Technik und Theorie der Fotografie, Erinnerungen an die eigene Kindheit: Helmut Lethen verwebt dies und mehr zu einem ebenso nachdenklichen wie eleganten Essay», würdigt die Jury. Lethen, Jahrgang 1939, leitet das Internationale Forschungszentrum Kulturwissenschaften in Wien.

Kategorie Übersetzung

Der Preis der Leipziger Buchmesse in der Sparte Übersetzung geht an Robin Detje. Er wird für seine Übertragung des Buches «Europe Central» von William T. Vollmann aus dem amerikanischen Englisch ausgezeichnet. «Robin Detje holt die Vielstimmigkeit von Vollmanns grossem Roman über Revolution, Krieg und Terror im 20. Jahrhundert ins Deutsche», begründete die Jury ihre Wahl. Detje, Jahrgang 1964, lebt in Berlin.

410 eingereichte Titel, 15 Schriftsteller nominiert

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Schweizer Literatur

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15 Autoren und Übersetzer standen im Finale um einen Preis der Leipziger Buchmesse. Die Jury hat für die 10. Vergabe des begehrten Preises pro Kategorie fünf Autoren nominiert. Die Gewinner erhalten je 15'000 Euro.

136 Verlage reichten dieses Jahr insgesamt 410 Titel ein, die im Zeitraum bis zur Leipziger Buchmesse 2014 erscheinen werden. Die siebenköpfige Jury unter der Leitung von Journalist und Literaturkritiker Hubert Winkels wählte schliesslich die Finalisten aus.

In der Kategorie Belletristik waren nominiert: Fabian Hirschmann, Per Leo, Martin Mosebach, Katja Petrowskaja und Saša Stanišić. In der Kategorie Sachbuch und Essayistik gingen Diedrich Diederichsen, Jürgen Kaube, Helmut Lethen, Barbara Vinken und Roger Willemsen ins Rennen – für die Kategorie Übersetzung Paul Berf, Robin Detje, Ursula Gräfe, Hinrich Schmidt-Henkel und Ernest Wichner.

Buchmesse mit Schweiz als Gast

Die Leipziger Buchmesse steht unter dem Motto «tranzyt», die Literatur aus Polen, Weissrussland und der Ukraine. Zu Gast an der viertägigen Messe ist dieses Jahr die Schweiz. Sie ist mit mehr als 80 Autoren in Leipzig vertreten, darunter Lukas Bärfuss, Jonas Lüscher und Adolf Muschg.