Schweizer Autoren unter 35 «Aus dem Scheitern lernst du alles»

Joël Dicker, Julia Weber, Fatima Moumouni, Michelle Steinbeck, Stefan Bachmann und Frédéric Zwicker haben für die Sendung «HörPunkt» einen Essay verfasst – jeweils über ein Thema, das sie persönlich umtreibt.

Sechs junge Schweizer Autoren und Autorinnen. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dicker, Weber, Moumouni, Steinbeck, Bachmann, Zwicker: Sechs Mal junge Schweizer Poesie. SRF/Cecilia Bozzoli

Debatte mit jungen Autorinnen und Autoren

Die zeitgenössische Literatur ist immer auch eine Auseinandersetzung mit der politischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, und kulturellen Aktualität. Der «HörPunkt» lotet aus, was Autorinnen und Autoren unter 35 umtreibt.
Ein nötiger Stachel: Wenn sich Schweizer AutorInnen einmischen
Die Bilder vom Live-«HörPunkt»

Alle Autoren auf einen Blick

Frédéric Zwicker

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Bildlegende: Frédéric Zwickers Protagonistin sagt: «Mir ist die Hälfte abhanden gekommen». SRF/Lukas Maeder

Frédéric Zwicker arbeitet als Texter, Journalist, Moderator und Redakteur der Kulturzeitschrift «Saiten». Er trat bereits regelmässig an Poetry Slams auf, bevor 2016 sein Debütroman «Hier können Sie im Kreis gehen» erschien. Seit 2006 setzt er seine Texte in der Band «Knuts Koffer» auch musikalisch um.

Das Essay von Frédéric Zwicker:
«Einstieg»

Ein Ausschnitt aus dem Essay:
«Ja oder nein. Wer wüsste mehr darüber zu erzählen als ich?
Mir sind die Zwischenstufen eingestürzt.»

Michelle Steinbeck

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Bildlegende: Michelle Steinbeck schreibt über einen Tag als Frau. SRF/Lukas Maeder

Michelle Steinbeck studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. Sie ist Redaktorin und veröffentlichte bereits Kolumnen, Prosa und Lyrik in verschiedenen Medien. 2016 erschien ihr erster Roman «Mein Vater war ein Mann an Land und im Wasser ein Walfisch». Er wurde sowohl für den deutschen als auch für den Schweizer Buchpreis nominiert.

Das Essay von Michelle Steinbeck:
«frauentag»

Ein Ausschnitt aus dem Essay:
«Wenn ich dich so anschaue», sagt sie, um tiefste Bitterkeit bemüht, «dann frage ich mich, ob die Frauenbewegung überhaupt jemals stattgefunden hat.»

Joël Dicker

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Bildlegende: Joël Dicker interessiert sich fürs Scheitern. SRF/Lukas Maeder

Joël Dicker ist in Genf aufgewachsen. Mit seinem zweiten Roman «La vérité sur l’affaire Harry Québert» gelang ihm 2012 die Sensation im französischen Bücherherbst: Er gewann dafür unter anderem den Prix Goncourt des Lycées, den Grand Prix du Roman de l’Académie Française und stand in der Endausmarchung für den Prix Goncourt. Bislang wurde der Roman über 1,5 Millionen mal verkauft und in 45 Ländern veröffentlicht.

Das Essay von Joël Dicker:
«L'importance de l'échec» / «Der Wert des Scheiterns»

Ein Ausschnitt aus dem Essay:
«Les échecs vont apprendront tout, ils vont construiront. Le succès vous laissera plein de doutes et plein de questions.»

«Der Erfolg lässt dich voller Zweifel und Fragen zurück.
Aus dem Scheitern lernst du alles.»

Fatima Moumouni

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Bildlegende: Fatima Moumouni engagiert sich politisch: für muslimischen Poetry Slam und gegen Rassismus. SRF/Lukas Maeder

Fatima Moumouni ist seit 2011 auf den Poetry Slam-Bühnen unterwegs. Sie performt vor allem im deutschsprachigen Raum, hatte aber auch schon einige Auftritte in Togo und Ghana. Fatima Moumouni engagiert sich für muslimischen Poetry Slam und gegen Rassismus. Sie bildet zusammen mit Laurin Buser das Spoken Word-Duo «Zum goldenen Schmied».

Das Essay von Fatima Moumouni:
«Hautfarben»

Ein Ausschnitt aus dem Essay:
«Ich hoff', fühlst dich nicht von mir
An der Borke deiner Birke gesägt
Ich wollt’ nur, dass du s weisst,
Deine Haut ist dir Privileg.»

Stefan Bachmann

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Bildlegende: Stimmt das erste Urteil, bei Menschen, bei Büchern?, fragt Stefan Bachmann. SRF/Lukas Maeder

Stefan Bachmann ist schweizerisch-amerikanischer Doppelbürger. Von Charles Dickens und C.S. Lewis inspiriert, beginnt er seinen ersten Roman zu schreiben. 2012 publizierte er dann «The Peculiar». Der Fantasy-Roman wurde in Amerika ein Riesenerfolg und auch in der Schweiz hat die Übersetzung mit dem Titel «Die Seltsamen» grosse Beachtung gefunden.

Das Essay von Stefan Bachmann:
«Menschen = Bücher»

Ein Ausschnitt aus dem Essay:
«Bücher sind wie Menschen. Es gibt gute und schlechte, und oft meint man, man weiss welches was ist, nur schon vom Cover her.»

Julia Weber

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Bildlegende: Der Weg ist bei Julia Weber noch lange nicht das Ziel. SRF/Lukas Maeder

Julia Weber verbrachte ihre ersten beiden Lebensjahre in Tansania, bevor sie mit ihrer Familie in die Schweiz zurückzog. Sie studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut in Biel. 2017 erschien ihr Roman «Immer ist alles schön». Julia Weber ist Mitbegründerin der Gruppe «Literatur für das, was passiert» und Gründerin des Literaturdienstes.

Das Essay von Julia Weber:
«Der Weg»

Ein Ausschnitt aus dem Essay:
«Stellen Sie sich einmal vor, es gäbe keinen Himmel mehr. Herr Kraft, stellen Sie sich das vor, es gäbe so viele hohe Häuser in Ihrer Stadt, dass man den Himmel nicht mehr sehen kann.»

Sendung: Radio SRF 2 Kultur, Hörpunkt, 02.04.2017, ab 11:00 Uhr