Geldsegen vom Bund für 15 innovative Schweizer Musiker

Das Bundesamt für Kultur nimmt die Vergabe eines nationalen Musikpreises in die Hand – und dafür auch eine Menge Geld: 15 Musikschaffende aus allen Bereichen und Landesteilen sind für den neuen Schweizer Grand Prix Musik nominiert. Sie erhalten jeweils 25'000 Franken.

Eine Frau steht im Nationalratssaal und hält eine grosse braune Schüssel in der Hand. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Musikerin und Jazz-Sängerin Erika Stucky, eine der 15 Nominierten für den Grand Prix Musik. Keystone

Ein Musikpreis für die ganze Schweiz: Das Bundesamt für Kultur (BAK) vergibt in diesem Jahr erstmals einen Musikpreis auf nationaler Ebene. Und will damit herausragendes und innovatives schweizerisches Musikschaffen würdigen.

«Der Schweizer Grand Prix Musik soll den Zugang zu Musik aus allen Landesteilen und in allen Landessprachen fördern», erklärt Danielle Nanchen, Leiterin der Sektion Kultur des BAK. «Es ist der erste Preis, der Musiker, Komponisten und andere Musikschaffende aus allen Städten und Regionen berücksichtigt.»

In anderen künstlerischen Bereichen haben nationale Preisvergaben bereits Tradition, so in der bildenden Kunst und im Design. «Seit das Bundesgesetzes zur Kulturförderung von 2012 in Kraft ist, haben wir den Auftrag, das Modell des Design-Preises auch auf andere Künste zu übertragen.» So gibt es seit 2013 ebenfalls schweizweite Preise für Tanz und Literatur. In diesem Jahr folgen die Sparten Theater und Musik.

Mehr Zeit für Kreativität und Tourneen

Im Vergleich zu anderen, kleineren Musikpreisen ist der Schweizer Grand Prix Musik besonders hoch dotiert, für die Nominierten bereits mit jeweils 25'000 Franken. «Wir haben uns entschieden, auch den Nominierten ein Preisgeld zu zahlen, um ihnen Zeit für Kreativität zu geben oder die Möglichkeit, eine Tournee zu finanzieren», so Danielle Nanchen.

Eine Frau steht hinter einem Flügel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Hat den europäischen Free Jazz mitbegründet: die Nominierte Irène Schweizer. Keystone

Der Schweizer Grand Prix Musik wird jährlich verliehen und dürfte so der nationalen Musikszene wichtige Impulse jenseits von Spartendenken und Massentauglichkeit bescheren. Dafür sorgen schon mal die Namen von Nominierten wie der Pianistin Irène Schweizer, des Vokalisten Andreas Schaerer oder des Young-Gods-Sängers Franz Treichler.

Wer Jazz, frei improvisierte Musik oder Avantgarde-Rock spielt, kann ja weder in der Schweiz noch im Ausland mit Erträgen aus Auftritten und CD-Verkäufen rechnen, die den Lebensunterhalt vollumfänglich finanzieren.

Die Zeit für kreatives Schaffen muss in den allermeisten Fällen mit Nebentätigkeiten inner- und ausserhalb der Musik und/oder mit Einsätzen in kommerziell einträglicheren Sparten erwirtschaftet werden. Das macht einen solchen Preis, bei dem bereits die Nominierten substantiell profitieren umso wertvoller.

Die Anwärterinnen und Anwärter

Nominiert wurden 15 Musikschaffende von einer unabhängigen siebenköpfigen Jury. Und das aus einer Gruppe von Kandidaten, die im vergangenen Jahr von einem zehnköpfigen Expertenteam aus Musikjournalisten, Musikschaffenden und Musikexperten festgelegt wurde.

Unter den Nominierten sind Irène Schweizer, Erika Stucky und Corin Curschellas. Ausserdem gehören die Berner Andreas Schaerer, Beat Zeller alias Reverend Beat-Man und Julian Sartorius, Norbert Möslang aus St. Gallen, das Ensemble Phoenix Basel, Hans Kennel aus Baar, Marcel Oetiker aus Altendorf sowie das Ensemble Steamboat Switzerland dazu. Weitere Anwärterinnen und Anwärter auf den Schweizer Grand Prix Musik sind Dragos Tara aus Lausanne, die Genfer Franz Treichler und Mama Rosin und Franco Cesarini aus Melide.

Die Gewinnerin oder der Gewinner des Schweizer Grand Prix Musik 2014 wird an einer Preisverleihung am 19. September im Rahmen des Festivals Label Suisse in Lausanne bekanntgegeben, und erhält als Sieger 100'000 Franken.