Mariss Jansons erhält den Siemens-Musikpreis

Der lettische Dirigent Mariss Jansons wird 2013 mit dem renommierten Ernst von Siemens Musikpreis ausgezeichnet. Der Chef des Bayerischen Symphonieorchesters bekommt die mit 250'000 Euro dotierte Ehrung als «Auszeichnung für sein Lebenswerk im Dienste der Musik».

Der Dirigent mit Stock am Pult. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Mariss Jansons dirigiert das BR-Symphonieorchester Keystone

Dirigent Mariss Jansons ist seit 2003 als Nachfolger von Lorin Maazel Chef des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks. Parallel dazu leitet er seit Herbst 2004 auch das Concertgebouw Orchester Amsterdam. Beide Orchester zählen zu den renommiertesten weltweit.

Zusatzinhalt überspringen

Programm-Tipp

«Grosse Interpretationen» mit Mariss Jansons am Samstag um 16.03 Uhr auf SRF 2 Kultur

«Er ist ein grosser Dirigent geworden, ohne seine Menschlichkeit, seinen Humor, seine Grosszügigkeit, seine Wärme preiszugeben», schreibt der Musikkritiker Richard Morrison von der Londoner «Times» über Jansons.

Das Mariss Jansons in diesem Jahr den Preis erhält ist keine Überraschung. Er passt gut in die Reihe mit anderen namenhaften Dirigenten, wie zum Beispiel Daniel Barenboim, Herbert von Karajan oder Claudio Abbado: Er leitet erfolgreich zwei europäische Spitzenochester.

Kritische Stimmen

Trotzdem kann man die Wahl der Siemens-Stiftung auch kritisch beleuchten: Die Stiftung fördert vor allem neue Musik. Doch dieses Steckenpferd bedient Mariss Jansons nicht, er ist eher bei Beethoven, Brahms, Mahler und Strauss zu Hause.

Die Wahl ist dennoch positiv zu bewerten, da Mariss Jansons das Publikum berührt und die Orchester begeistet.

Die Preisverleihung findet am 4. Juni in München statt. Die Laudatio soll der US-Bariton Thomas Hampson halten. Die Ernst von Siemens Musikstiftung, die in diesem Jahr ihr 40jähriges Bestehen feiert, verleiht die Auszeichnung seit 1974. Das mit 250'000 Euro dotierte Preisgeld stammt aus dem privaten Vermögen ihres Gründers.