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Der Opernführer Die schönsten Arien aus «Die Entführung aus dem Serail»

Mozart offenbart in diesen Arien aus «Die Entführung aus dem Serail» die Stärken und Schwächen seiner Figuren: eine besonders virtuose Arie für die Primadonna, eine besonders tiefe Arie für den «dummen» Harems-Wächter und die Arie eines Traummannes.

  • 1. Konstanze trotz den Drohungen mit «Martern aller Arten»

    Eine Arie wie ein kleines Konzert: Acht Minuten dauert sie insgesamt. Allein die instrumentale Einleitung ist zwei Minuten lang. Konstanze singt in dieser grossen Szene virtuose Koloraturen rauf und runter, während das Orchester und ein kleineres Solistenensemble um die Wette spielen. «Marter aller Arten» droht ihr der Entführer Bassa Selim an, falls sie sich ihm nicht hingibt. Dieser Folterdrohung scheint Konstanze mit ihrer Arie alle Mittel der Kunst entgegenzusetzen. Der Rohheit und Perfidie stellt sie kunstvolle Musik entgegen. Falls der Bassa sie verschone, verspricht sie ihm: «Des Himmels Segen belohne dich!» Zu diesen Worten scheinen alle Stimmen tatsächlich in den Himmel zu steigen.

  • 2. Osmin versucht mit «O! Wie will ich triumphieren» zu imponieren

    Osmin hat eigentlich einen schwerfälligen Auftritt. Diese Arie aber ist bemerkenswert leichtfüssig. Die bösartige Freude des Harem-Aufsehers steht hier im Vordergrund. Genüsslich stellt er sich vor, wie Konstanze und ihre Entourage bald gelyncht werden. Mit tiefen Tönen versucht er wohl zu imponieren und seine Macht zu demonstrieren. Mozart konterkariert die irritierenden Worte Osmins mit wirbelnder Musik, die von osmanischer Militärmusik inspiriert ist. Die Szene wirkt dadurch komisch. Mozart lässt Osmin nur simple Melodien singen. Zusammen mit dem Text sei das dem «dummen, groben und boshaften Osmin ganz angemessen», schrieb er in einem Brief.

  • 3. Der Traummann Belmonte singt «O wie ängstlich, o wie feurig»

    Aussen hart und innen ganz weich: dieser Belmonte ist ein Traummann. Er begibt sich mutig in die Höhle des Löwen und behält trotz aller Stärke seine zärtlichen Gefühle. Mozart ist in dieser Arie ein Tonmaler: Belmontes klopfendes Herz etwa vertont er mit pochenden Tonwiederholungen in den Geigen. Wenn der junge Mann später allen Mut zusammen nimmt und tief durchatmet, dann gibt’s im Orchester eine riesige Steigerung. Das Seufzen und Lispeln von Konstanze malt Mozart hier mit abgedämpften Geigen.

«Die Entführung aus dem Serail» kurz erklärt

Video
Mozarts «Entführung aus dem Serail»
Aus Kultur Extras vom 18.11.2016.
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