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Netzwelt Kaum zu glauben: Die beste Floskel-Taskforce aller Zeiten

Unser Netzthema des Tages: Hundertprozentige Möglichkeiten, rustikales Einsteigen und enge Räume – während der Fussball-EM hört man jede Menge Floskeln. Für die Macher der Website «Floskelwolke» haben Worthülsen immer Saison. Sie zählen jeden Tag, wie oft bestimmte Floskeln in den Medien vorkommen.

Ein Mann hält in einem Flugzeug ein Tablet, auf dem viele blaue Wörter in Form einer Wolke dargestellt sind
Legende: Über der Floskelwolke: Udo Stiehl und Sebastian Pertsch sammeln täglich Worthülsen. Bildmontage/GettyImages/Bildschirmaufnahme

Worum geht's?

Die deutschen Journalisten Udo Stiehl und Sebastian Pertsch sammeln auf ihrer Website «Floskelwolke» abgedroschene Formulierungen in der deutschsprachigen Presse. Jeden Tag veröffentlichen sie einen Bericht. Darin steht, wie oft bestimmte Floskeln in knapp 2000 deutschsprachigen Onlinemedien vorkommen. Die «Top-Floskeln» des Tages präsentieren sie in einer Wörterwolke. Zu jeder Floskel gibt es eine Erläuterung und eine Einschätzung, wie schädlich die Formulierung sei. Heute findet man in der Liste , Link öffnet in einem neuen Fensterzum Beispiel die Formulierungen aus dem Titel unseres Artikels: «kaum zu glauben», «Taskforce» und «aller Zeiten».

Warum ist's interessant?

Die Macher der «Floskelwolke» schauen genau hin, sind aber keine Pedanten. Sie halten nicht jede Floskel für schlimm und wollen auch niemanden anprangern. Sie wollen sensibilisieren und dem Nachrichtengeschäft einen Spiegel vorhalten.

Stiehl und Pertsch nehmen ihre Aufgabe ernst, haben aber auch Humor. Das zeigen Sie zum Beispiel mit ihrem Fussball-Bingo, Link öffnet in einem neuen Fenster, das sie zur EM veröffentlicht haben, oder in einem Interview mit der Zeit, Link öffnet in einem neuen Fenster, das über weite Strecken nur aus Floskeln besteht.

Die Website «Floskelwolke», Link öffnet in einem neuen Fenster

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

5 Kommentare

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  • Kommentar von H. Müller, Zürich
    Meine "Lieblingsfloskel" aller Sportreporter u. a. aller deutschsprachiger Nachbarländer: das hat ihm "in die Karten gespielt". Diese Wendung gibt es eigentlich nicht, sondern wird über den Gebrauch öffentlicher Personen gerade in die deutsche Sprache eingeführt. Richtig wäre: "in die Hände gespielt". Da man meistens Karten in die Hände spielt, liegt die Verwechslung nahe... Aber man "spielt Karten", man spielt nicht "in die Karten", das geht ja gar nicht!
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  • Kommentar von beni fuchs, schaffhausen
    Die perfidesten Floskeln werden meist in militärischem Zusammenhang verwendet, z.B.: Friedenstruppen ('bewaffnet' mit 'Free-Hug-T-Shirts' und Blumensträussen überzeugen sie ihre Gegner, oder was?); Präventiver Erstschlag (als 'Verteidigungsstrategie')
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  • Kommentar von N.Kern, Dornach
    Richtig doof finde ich, dass Fußballer stets der Mannschaft "helfen" möchten. Als ob die ganze Mannschaft krank wäre oder nur auf ihn gewartet hätte. Sollte eigentlich Bescheidenheit vorgaukeln, meines Erachtens wird nur das Wort "Spielen" vermieden, tönt offenbar zu wenig seriös..
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