Animierte Kurzfilmperle Virtuelle Realität: Ein Oscar für Google?

Der animierte Kurzfilm «Pearl» besticht nicht mit wilder Action, sondern mit einer geschickt erzählten Geschichte.

Gezeichnetes Bild einer jungen Frau, die in einem alten Auto sitzt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Ein Auto, kein Wort, aber viel Gefühl: die Vater-Tochter-Geschichte «Pearl». SRF/Bildschirmaufnahme

Worum geht’s?

Ein Auto fährt übers Land und durch die Zeit. Das Auto ist der Schauplatz der animierten Virtual-Reality-Kurzfilms «Pearl».

Zu Beginn des Films ist Pearl ein kleines Mädchen. Ihr Vater fährt das Auto. In fünf Minuten erzählt der Film eine Vater-Tochter-Geschichte, die eigentlich mehrere Jahre dauert.

Zusatzinhalt überspringen

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

Als Zuschauerin sitzt man mitten im Geschehen auf dem Beifahrersitz. Die Geschichte wird nicht in Worten erzählt. Manchmal muss man sich zur Rückbank drehen, um zu sehen, wie Pearl dort als Teenagerin mit ihren Freunden sitzt. Oder, um zu merken, dass Pearl nun selbst den Wagen fährt und ihren Vater abholt.

Warum ist’s interessant?

«Pearl» ist der erste Virtual-Reality-Film, der für einen Oscar nominiert ist. Der Film tritt in der Kategorie «Animierter Kurzfilm» an. Es ist auch das erste Mal, dass Google nominiert ist. Zumindest indirekt.

«Pearl» entstand im Rahmen des Google-Projekts «Spotlight Stories», bei dem Künstler die Erzählmöglichkeiten mit virtueller Realität erforschen. «Pearl» ist darum auch erzähltechnisch interessant.

Die Geschichte kommt ohne grosse Action mit einfachen Bildern aus und braucht auch keine Dialoge. Für die Zuschauerin reicht der Sitzplatz im Auto. Das schafft eine emotionale Nähe. Das ist rührend und natürlich auch etwas kitschig. Gelungen kitschig.