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Netzwelt Werden jetzt Streamingdienste die Wahl in den USA entscheiden?

Die Vorwahlen in den USA sind fast vorbei – aber jetzt geht der Wahlkampf ja erst richtig los. Die Demokraten und Republikaner kämpfen und werben um jede Stimme: Wahlkampfwerbung ist ein riesiges Geschäft in den USA. So gross, dass jetzt auch Musik-Streamingdienste dort einsteigen.

Personalisierte Werbung auf Streamingdiensten: Die Musik verrät viel über ihre Hörer.
Legende: Personalisierte Werbung auf Streamingdiensten: Die Musik verrät viel über ihre Hörer. SRF

Worum geht's?

Streamingdienste haben in den USA Millionen von Nutzern – und damit potentielle Werbekunden. Das haben auch die politischen Parteien erkannt. Wie der Streamingdienst Pandora verkündete, ist bei ihnen die Anzeigenzahl von politischer Werbung seit dem Jahr 2014 um 500 Prozent gestiegen.

Mit aktuell rund 80 Millionen Nutzern ist Pandora grösser als alle seine US-Konkurrenten Spotify, Apple Music oder Tidal. In Europa ist Pandora übrigens aus Lizenzgründen nicht nutzbar. Die Besonderheit bei diesem Dienst: Man kann den kompletten Service, also den Zugriff auf immerhin 1,5 Millionen Songs, gratis nutzen – wenn man dafür Werbung in Kauf nimmt.

Warum ist's interessant?

Da Pandora rund 80 Prozent des Umsatzes durch Werbung macht, muss das Unternehmen attraktiv für Werbekunden sein. Das schafft es, in dem es sehr genaue Datensätze über ihre User sammelt und auswertet. Pandora weiss viel über seine Nutzer und teilt sie in werberelevante Mikrozielgruppen ein, wie «Mütter», «Latinos» oder «Technikenthusiasten».

Unsere musikalische Vorlieben sagen viel über uns aus. Je nach Alter, Bildungsstand oder Herkunft hört man andere Musik. Das weiss auch Pandora: Da die User ihre Playlists selber zusammenstellen, kann das Unternehmen daraus wiederum Rückschlüsse auf die Vorlieben, Hobbies, Religion etc. der jeweiligen Nutzer ziehen.

Oder anders: Pandora kann aus einer persönlichen Playlist vorhersagen, welche politische Einstellungen der User hat. Der Marketingchef von Pandora selbst hat erklärt, dass sie dies Jahr ganz bewusst Massnahmen getroffen haben, um für politische Werbekunden attraktiv zu sein. Zum Beispiel hat das Unternehmen für den letzten Wahlkampf 2012 nur 30 Mikrozielgruppen aufgeschlüsselt, jetzt haben sie über 700.

Vocativ.com: How Your Playlist Can Predict Who You’ll Vote For, Link öffnet in einem neuen Fenster

Screenshot

Wir sprechen über aktuelle Geschichten und Debatten im Internet. Von Montag bis Donnerstag um 17.40 Uhr in der Rubrik «Screenshot» bei Radio SRF 2 Kultur.

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