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Blackout Die drei wahrscheinlichsten Ursachen für ein Blackout

Wie kommt es überhaupt zu einem Blackout? Dies sind die drei wahrscheinlichsten Ursachen.

Blackout-Ursachen

  • 1. Risikofaktor Natur

    Die Natur birgt grosse Gefahren für das Stromnetz. Unwetter, Überschwemmungen oder Eisregen können zum Beispiel Strommasten knicken und das Netz beeinträchtigen. Im Sommer 2008 berührte ein Eichhörnchen ein Kabel mit 220 Kilovolt Spannung – und setzte so 4000 Haushalte ausser Gefecht.

  • 2. Schwankungen im Stromnetz

    Im Netz muss immer genau gleich viel Strom produziert werden, wie verbraucht wird. Eine heikle Balance, an die sich alle Netzbetreiber gemeinsam halten müssen. Ein Beispiel aus Deutschland zeigt, wie schnell es gehen kann: 2006 verliess das eben fertig gebaute Kreuzfahrtschiff Norwegian Pearl die Werft in Papenburg. Dazu musste es eine Höchstspannungsleitung passieren, welche dafür abgestellt werden musste. Obwohl alles geplant war, geriet durch diesen lokalen Eingriff ins Stromnetz alles ausser Kontrolle. Das Netz zerfiel in drei Teile – und im Westen und Südosten war viel zu wenig Strom vorhanden. Teile von Deutschland, Frankreich, Belgien, Italien, Österreich, Spanien waren teilweise bis zu 120 Minuten ohne Strom; sogar in Marokko waren Auswirkungen spürbar.

  • 3. Hackerangriff

    Sowohl das Stromnetz als auch alle grossen Kraftwerke werden durch Software gesteuert – und wer diese hacken kann, der kann ganz Europa lahmlegen. Gezeigt hat das ein Vorfall in der Ukraine am 23. Dezember 2015. In der Stadt Ivano-Frankivsk drangen Hacker in das Steuerungssystem des Energiekonzerns Prykarpattyaoblenergo ein. Hunderttausende Haushalte waren ohne Strom – auch in Kiew. Bei dem Vorfall handelte es sich um eine Premiere. Zum ersten Mal kam es zu einer erfolgreichen Störung kritischer Infrastruktur durch eine Cyberattacke – ein Blackout per Mausklick.

Stromausfall in der Schweiz – das ist doch wirklich selten?

Blackouts gibt es mehr als man denkt: Im Jahr 2015 gab es insgesamt 107 grössere Stromausfälle in der Schweiz.

Legende: Video «Blackout: So viele Ausfälle gibt's jährlich in der Schweiz» abspielen. Laufzeit 1:04 Minuten.
Vom 02.01.2017.

Thementag Blackout

Was geschieht, wenn in der Schweiz der Strom tagelang ausfällt? SRF geht der Frage am 2. Januar an einem grossen Thementag nach.
Blackout, SRF1, 13:00-22:00

Hintergründe, Videos, ergänzende Informationen und Experten-Chats zum Thema finden Sie auf www.srf.ch/blackout.

18 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Mann (Freidenkerin)
    Alles Stromexperten hier. Strom, also kW/h hat es mehr als genug in Europa. Drum ist ja der Strompreis im Keller. Die Verteilung und Abdeckung der Spitzen ist der kritische Faktor. Zudem laufen viele Generatoren, welche die Überlandhochspannung herunterholen, am Limit. Dass so ein Generator ausfällt ist eine der grössten Gefahren für einen Blackout. Zudem ist die Taktung (50Hz) mit Alternativenergien schwierig, dazu braucht es Grosskraftwerke.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Thomas Mann: Ich habe über zig-Jahre auf diesem Gebiet gearbeitet. Glauben Sie mir, es reicht ganz und gar nicht aus, dass man einfach "genug Strom in Europa" hat. Und was die HS-Leitungen [NE1] am Limit betrifft, so wurde viel zu viel und zu lange sehr viele Neubauprojekte im Hinblick auf die "Liberalisierung" zurückgestellt. Ich schätze da den Nachholbedarf in einzelnen Fällen sogar auf ca.10 Jahre !
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  • Kommentar von HP Korn (HaPeChe)
    "Dezentralisierung" ist nur denn einen Lösung, wenn in Kauf genommen wird, dass notfalls einige der "Inseln" tagelang ohne Strom bleiben und Grossverbraucher in einer Insel (z.B. Alu-Werk) komplett lokal versorgt werden können. Das ist aber nicht realistisch. Deshalb müssen alle Inseln so vernetzt sein, dass sie notfalls auch von aussen gut versorgt werden und anderen Inseln Strom abgeben können. Also: ausreichende Reservekapazität (=mehr) Hochleistungs-Leitungen. Die haben wir nicht.
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  • Kommentar von HP Korn (HaPeChe)
    Derartige Szenarien sind keine Angstmacherei geschürt von Alternativenergie-Gegnern sondern reale potentielle Risken. Nichts dagegen zu unternehmen wäre unverantwortlich. Herr Haller hat (siehe unten) das gut beschrieben. Eine Zusatzbemerkung dazu: "Dezentralisierung" ist nur denn einen Lösung, wenn in Kauf genommen wird, dass notfalls einige der "Inseln" tagelang ohne Strom bleiben und Grossverbraucher in einer Insel (z.B. Alu-Werk) komplett lokal versorgt werden können.
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    1. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      HP Korn: In der Tat ist es keine reine Angstmacherei. Ich habe lange genug auf diesem Gebiet (Netzschutz) gearbeitet um zu wissen was da Sache ist. NB: Der SBB-Totalausfall hätte eigentlich so wie er dann auch abgelaufen ist, gar nicht eintreten dürfen bzw. hätte eigentlich früher erkannt werden sollen, hätte bei akkurater Netzplanung (Leitungs-Redundanz) und Überwachung auch nicht stattgefunden. - Eigentlich ist das da die Folge von typischen Mgt-Fehler bzw. eine Vernachlässigung gewesen.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Wir hätten in der Schweiz teilweise sogar sehr ideale Verhältnisse für "Inselbetrieb" so dieser nötig wird. Genau genommen sind wir da aufgrund unserer Lage und den Gegebenheiten recht gut aufgestellt, jedenfalls besser als zB. Deutschland. - Allerdings funktioniert das nur limitiert und befristet. Vor allem im Winter zB. wenn die Stauseen leer sind..., gibt es rasch Engpässe.
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