Film-Tipp: Blade Runner - The Final Cut

Harrison Ford macht als abgekämpfter Cop in einem düsteren Los Angeles der Zukunft Jagd auf entwichene Androiden. Nachdem sie im Kino gefloppt war, zehrte die Verfilmung einer Philip-K.-Dick-Vorlage von ihrem Kultstatus und gilt heute als einer der unbestrittenen Meilensteine des Genres.

Ein Mann und eine Frau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Harrison Ford als Rick Deckhard, Sean Young als Rachel. SRF/Warner Bros. Ent.

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Sendeplatz

Samstagnacht, 19.10. um 00:25 Uhr auf SRF zwei.

Los Angeles im Jahre 2019. Sogenannten Replikanten ist das Betreten des Blauen Planeten verboten. Es sind dies den Menschen zum Verwechseln ähnliche Androiden, die in Kolonien fern der Erde beinharte Sklavenarbeit verrichten. Eine kleine Gruppe von ihnen hat sich jedoch gewaltsam befreit und ist in Los Angeles untergetaucht - bereit, sich bis zum Äussersten ihrer künstlichen Haut zu erwehren. Deckard (Harrison Ford), der Replikantenjäger im Ruhestand, erhält den Auftrag, die Androiden zur Strecke zu bringen. Eine Hautschuppe in einem verlassenen Versteck bringt Deckard auf die Spur der Replikantin Zhora, die sich als Stripperin verdingt.

Die Lebensuhr tickt

Gleichzeitig stellt der hartgesottene Anführer der Androiden, Roy (Rutger Hauer), eigene Ermittlungen an. Wie alle Replikanten ist er mit einer Lebensdauer von nur vier Jahren ausgestattet. Roy sucht Zugang zu seinem Schöpfer, um seine Lebensuhr zurückzustellen. Diese tickt indes unablässig vor sich hin, und bereits machen sich bei Roy erste Anzeichen seines nahenden Todes bemerkbar. Bei seinen Nachforschungen gerät Deckard in eine verzwickte Lage, als er sich in die Assistentin von Eldon Tyrell verliebt, Rachael (Sean Young). Die schöne junge Frau ist nämlich ein Prototyp einer neuen Generation von Replikanten, die sich für Menschen aus Fleisch und Blut halten.

Langer Weg zum Meisterwerk

Als sich Ridley Scott anno 1982 anschickte, Philip K. Dicks Geschichte «Do Androids Dream of Electric Sheep?» in einen futuristischen Film noir umzusetzen, konnte er nicht wissen, dass ihm ein ästhetisch stilbildender Meilenstein des Science-Fiction-Films gelingen würde, wie aufreibend sich die Produktion des Filmes gestalten sollte und dass dem Film selbst nach seiner Premiere noch ein bewegter Werdegang beschieden war. Der Weg zum hier vorliegenden, endgültigen Meisterwerk war dermassen dornig, dass er in einer neuen Ausgabe des Filmes für das Heimkino in einem geschlagene dreieinhalb Stunden langen Making-of nachgezeichnet ist.

Die endgültige Fassung

Dem «Final Cut» von «Blade Runner» sind nicht weniger als vier Versionen vorausgegangen. Die Produzenten des Filmes hatten der Intelligenz des Publikums misstraut und den Film ursprünglich mit einem läppischen Voice-over und einem gleichsam unglücklichen Happy End verunstaltet. Für seinen «Director's Cut» nahm Ridley Scott dringend nötige Reparaturen vor und fügte eine Traumsequenz hinzu, die unter den Fans des Filmes höchst umstritten ist. Gänzlich von solchen Sperenzchen befreit ist nun diese vermeintlich endgültige Fassung, wofür kleinere Mängel des Filmes ausgebügelt wurden, der in dieser restaurierten Version in grösstmöglicher Brillanz erstrahlt.