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Wetter-Apps Denn wir wissen nicht, was sie uns sagen

Die Wetterprognosen werden immer präziser und detaillierter – dank Internet und Smartphone sind sie jederzeit abrufbar. Aber verstehen wir sie auch richtig?

Legende: Video Reden wir über das Wetterdeutsch! abspielen. Laufzeit 02:23 Minuten.
Aus Kultur vom 15.12.2017.

Ein schneller Blick frühmorgens auf die Wetter-App – und schon haben wir entschieden, ob der Regenschirm mit uns das Haus verlässt oder eben nicht. Trotzdem werden wir immer wieder vom Wetter überrascht.

Tatsächlich hat sich die Qualität der Wettervorhersagen in den letzten Jahrzehnten um ein Vielfaches verbessert. Eine 6-Tage-Wetterprognose im Jahr 2017 ist so verlässlich wie eine 1-Tages Prognose im Jahr 1977. Aber nach wie vor ist – trotz technischer Innovationen – eine zu 100 Prozent sichere Wetterprognose nicht möglich. Dafür müsste jedes einzelne Luftmolekül messbar und verfolgbar sein.

Ein Hand hält ein Handy, auf dem eine Wetter-App angezeigt wird.
Legende: 30 bis 40 Sekunden verbringt der User auf Wetter-Apps. Das reicht nicht, um komplexe Inhalte zu verstehen. Keystone

Falsche Versprechen

Laut einer italienischen Studie sind weltweit über 5000 Wetter-Apps für Smartphones verfügbar, Tendenz steigend. Eine Schweizer Studie zum Mediennutzungs- und Informationsverhalten in der Deutsch- und Westschweiz zeigt: In der Schweiz steht die App «Wetter» hoch im Kurs. Sie belegt Rang 5 im Ranking der beliebtesten Smartphone Apps. Nur Social-Media-Apps (WhatsApp, Facebook, Instagram) und die News-App von «20 Minuten» sind noch gefragter.

Wir könnten also bestens über das Wetter informiert sein. Eine Analyse der beliebtesten Wetter-Apps in den USA, Grossbritannien und Italien ergab aber, dass viele dieser Apps etwas versprechen, was sie gar nicht halten können.

Auf vielen Apps sind zum Beispiel uhrzeitgenaue Prognosen für mehr als 7 Tage in der Zukunft gang und gäbe. Regen kommenden Dienstag um 15:00 Uhr? So genaue Vorhersagen sind in Wirklichkeit schlicht nicht möglich.

Knacknuss Meteosprache

Auf Wetter-Apps treffen wir auch ständig auf meteorologische Begriffe, die uns bekannt vorkommen. Aber was bedeutet Regenwahrscheinlichkeit? Was ist die relative Luftfeuchtigkeit und was genau ein Hochdruckgebiet? Wetterprognosen auf den Wetter-Apps für den Alltagsgebrauch verständlich darzustellen, ist für viele Entwickler eine Knacknuss.

Nur gerade 30 bis 40 Sekunden verbringt der durchschnittliche User auf Wetter-Apps. Komplexe Inhalte wie Regenwahrscheinlichkeiten können in dieser kurzen Zeit von den meisten kaum hinreichend interpretiert werden.

Die wichtigsten Wetterbegriffe

Regenwahrscheinlichkeit: Eine Regenwahrscheinlichkeit von 60 Prozent bedeutet: Bei dieser Wetterlage regnet es in 6 von 10 Fällen. Die Regenwahrscheinlichkeit beschreibt, wie gross die Chance auf Regen ist. Häufig wird sie aber zeitlich interpretiert. Man könnte meinen, bei einer Regenwahrscheinlichkeit von 60 Prozent regnet es mehr als den halben Tag – falsch. Die Regenwahrscheinlichkeit sagt nichts über die Dauer oder Menge des Regens aus.
Relative Luftfeuchtigkeit: Sie beschreibt den Anteil des Wasserdampfs in der Luft. Die Luft kann abhängig von ihrer Temperatur eine gewisse Menge an Wasserdampf aufnehmen. Warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen, kalte Luft weniger. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 100 Prozent kann die Luft keinen Wasserdampf mehr aufnehmen, sie ist «gesättigt». Bei diesem Wert würde Wäsche nicht trocknen. Bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von 20 Prozent ist aber noch viel Platz für Wasserdampf. Die Luftfeuchtigkeit beeinflusst unter anderem unser Wärmeempfinden. 30 Grad in feuchter Luft fühlen sich viel drückender an als bei einer geringeren relativen Luftfeuchtigkeit. Die Luftfeuchtigkeit ist auch für Wanderer interessant: Je tiefer die Luftfeuchtigkeit umso besser ist die Fernsicht.
Tiefdruck: Treffen Sonnenstrahlen auf die Erde, erwärmen sie die Luft. Warme Luft steigt auf, so verringert sich der Druck der Luft am Boden – am Boden herrscht Tiefdruck. Beim
Aufsteigen kühlt sich die warme Luft ab. Kalte Luft kann aber nicht so viel Wasserdampf aufnehmen. Deshalb kondensiert der Wasserdampf, es bilden sich Wolken.
Hochdruck: In einem Hochdruckgebiet sinken Luftmassen ab, der Luftdruck am Boden steigt dadurch an. Dabei erwärmt sich die Luft, so dass sie mehr Wasserdampf aufnehmen kann. Folglich lösen sich Wolken auf.

SRF Meteo APP

Die SRF Meteo App informiert über das Wetter in der Schweiz und der ganzen Welt. Zu finden auf Google Play oder im iTunes-Store.

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