Der Sommer kommt zurück: erneut 30 Grad?

In dieser Woche kehrt der Sommer zurück. Ab morgen steigen die Temperaturen wieder verbreitet über die Sommermarke von 25 Grad. Am Donnerstag könnte es in der Nordwestschweiz und im Wallis sogar stellenweise wieder 30 Grad heiss werden. Mehr als 30 Grad sind in der Schweiz aber im September selten.

Regenstimmung am Montag in Bern. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Nachäm Rägä schiint Sunnä Nach dem grossen Regen vom Montag kommt jetzt der Sommer zurück. Luciano Moraschinelli

Der Spätsommer 2016 hat es in sich. Immer wieder schickt das Azorenhoch Ausläufer nach Mitteleuropa. Verschiebt sich der Hochausläufer weiter nach Osten geraten wir in den Bereich einer südwestlichen bis südlichen Strömung, die uns Spätsommerhitze aus Spanien bringt. Ähnlich wie in den vergangenen 14 Tagen wird ab Mittwoch wieder heisse Luft in die Schweiz geführt. Am Donnerstag sind in der Nordwestschweiz und im Rhonetal erneut 30 Grad möglich. Im Mittelland dürften die Höchsttemperaturen bei 28 oder 29 Grad liegen.

Bild von Ascona über den Lago Maggiore Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sommer im Tessin Am Lago Maggiore gibt es nur alle 10 Jahre im September einen Hitzetag. FB

Statistisch nur alle 5 bis 10 Jahre

Stellt man auf den statistischen Erwartungswert der Jahre 1981 bis 2010 ab, so gibt es bei uns nur alle 5 bis 10 Jahre einen Hitzetag. Einzig an der Station Grono im untersten Misox darf man jedes zweite oder dritte Jahr nochmals mit einer Temperatur von mehr als 30 Grad rechnen. Im Wallis und in Teilen der Nordwestschweiz gibt es im Durchschnitt in jedem fünften Jahr noch einen Tag im September mit mehr als 30 Grad. Im Mittelland sowie im Mittel- und Südtessin verspricht die Statistik nur alle 10 Jahre einen Tag mit mehr als 30 Grad im September, allerdings mit steigender Tendenz.

Septemberrekord: 35 Grad in Genf!

Als höchste September-Temperatur in der Schweiz gilt immer noch den Wert von 35,0 Grad, gemessen am 5. September 1906 in Genf. Weil aber damals die Messtechnik noch völlig anders war, und sich das Thermometer häufig durch direkten Strahlungseinfluss erwärmte, ist dieser Wert mit Vorsicht zu geniessen. Heiss war es aber an jenem 5. September auf alle Fälle. Auch in Bern gehört jener Tag zu den Top Ten aller Zeiten allerdings mit einem Wert von „nur“ 30,3 Grad. Nimmt man die kürzere Messreihe seit dem Jahr 1978, so gelten die 32,4 Grad vom 14. September 1987 in Visp als Mass aller Dinge.

Limmatschiff vor dem Rathaus in Zürich, Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Sommer auch im Norden In Zürich reicht es in diesem Jahr wohl kaum noch für Hitze, aber 28 Grad liegen drin. FB

Hitzewerte nicht nur zu Monatsbeginn

Weil im September die Tage immer kürzer werden und die Sonne im flacher am Himmel steht, liesse sich vermuten, dass die höchsten Temperaturen zu Monatsbeginn auftreten. Dies ist aber nicht der Fall. Die höchsten September-Temperaturen sind eindeutig auf Hitzeimport zurückzuführen. Der 14. September 1987 war nicht nur in Visp der heisseste Tag seit Messbeginn. An vielen Orten gilt dieser Tag als heissester Septembertag. Damals lag der Ausläufer des Azorenhochs über dem Mittelmeer. In der Schweiz herrschte damals in allen Schichten eine Südwestströmung mit extremen Temperaturen. Interessant: Auch 1987 war der Sommer in der Schweiz sehr feucht. Damals erreichte die Hitze erst im September die Schweiz. An vielen Orten, vor allem in der Ostschweiz, gilt der September 1987 nach wie vor als heissester September der Geschichte.

Import auch in diesem Jahr

Auch in diesem Spätsommer liegen wir immer wieder in einer Südwestströmung. Schon Hoch „Gerd“ brachte uns die Hitze aus Spanien. Gestern Montag wurden in Südspanien 45 Grad gemessen, so in Sevilla und in Jerez de la Frontera. Diese Hitze macht sich jetzt auf den Weg Richtung Mitteleuropa. Ganz so heiss wird es bei uns aber sicher nicht.

Schwimmende Kinder hinter Motorboot. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Badewetter Auch anfangs September sind die Seen immer noch badetauglich. SB