Die fiese Bise

Bei starker Bise fühlt sich die Temperatur niedriger an als die Gemessene. Dieser Effekt nennt sich Windchill-Effekt.

Boote in einem Hafen sind mit Schnee bedeckt. Die Taue sind mit Eiszapfen belegt. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Kunst aus Eis Solche oder ähnliche Eisverzierungen sind am Freitag am Genfersee denkbar. SRF Augenzeuge S. Inhelder

In der Nacht auf Freitag erreicht uns aus Nordosten sibirische Kaltluft. Die Temperaturen erreichen tagsüber am Bodensee höchstens -5 Grad, im Westen am Genfersee höchstens -1 Grad. In Kombination mit der schwachen bis mässigen Bise wird sich dies in Genf eher nach -10 Grad anfühlen. Dieser Effekt nennt sich in der Meteorologie Windchill-Effekt.

Windchill-Effekt und gefühlte Temperatur

Bei starkem Wind fühlt sich die Temperatur im Winter niedriger an als die tatsächlich gemessene Temperatur. Grund dafür ist der stärkere Wärmeverlust der Haut. Wird die warme Luft an der Hautoberfläche vom kühlen Wind weggeblasen, verliert der Körper kontinuierlich Wärme. Die Luft fühlt sich kälter an.

Die wahrgenommenen Umgebungstemperatur oder gefühlte Temperatur, hängt nicht nur vom Windeinfluss ab. Andere ebenso zentrale Einflussfaktoren sind Luftfeuchtigkeit, direkte Sonneneinstrahlung, Aktivitätsgrad des Menschen, Körpergrösse, Gewicht und Bekleidung.

Am Sonntag wieder milder

Im Laufe des Samstags flaut die Bisenströmung ab, sodass der Nachschub an sibirischer Kaltluft nachlässt. Die Höchsttemperaturen liegen am Sonntag im Flachland um 0 Grad.