Erste Monatshälfte: Rund 5 Grad über der Septembernorm

In der ersten Septemberhälfte war es im ganzen Land viel zu warm. Südlich der Alpen wurde sogar die wärmste erste Septemberhälfte seit Messbeginn registriert. Auffallend war vor allem die lange Dauer der Warmphase. Absolute Höchsttemperaturen gab es in den vergangenen 14 Tagen dagegen keine.

Wolkenloser Himmel über dem Zürcher Hochschulquartier. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Am Nachmittag 25 Grad Die durchschnittliche Tageshöchsttemperatur lag bis jetzt in Zürich bei mehr als 25 Grad. FB

Die erste Septemberhälfte war im Süden und im Wallis die wärmste seit Beginn der systematischen Aufzeichnungen in der Mitte des 19. Jahrhunderts. In Locarno betrug die Durchschnittstemperatur 22,8 Grad, in Lugano 22,7 Grad. Dies war nochmals 1,5 Grad höher als in der Vergleichsperiode des Septembers 2011. Im Norden war gemäss Angaben des Bundesamtes für Meteorologie im Jahre 1911 die erste Hälfte des Monats September noch minimal wärmer. In Basel, am Genfersee und im St. Galler Rheintal lag die Durchschnittstemperatur bis jetzt ebenfalls bei 20 Grad oder leicht darüber. Im Vergleich zur klimatologisch relevanten Norm der Jahre 1961 bis 1990 war der September bis jetzt gut 5 Grad zu warm, in Locarno waren es sogar genau 6 Grad.

Trotz allem: keine absoluten Höchstwerte

Die höchste Temperatur seit Monatsbeginn wurde am Dienstag mit 31,6 Grad in Sitten gemessen. Dabei wurde der Septemberhöchstwert von Sitten mit 33,2 Grad vom 17. September 1975 aber deutlich verfehlt. Der absolute Septemberhöchstwert von genau 35 Grad, verzeichnet am 5. September 1906 in Genf, stand sowieso nie zur Diskussion. Verblüffend: Nicht auf einer langjährigen Messstation in der Schweiz wurde ein neuer lokaler Septemberhöchstwert gemessen. Herausragend war in den vergangenen 14 Tagen vor allem, wie konstant sich die Hitze im Alpenraum halten konnte.

Blick von Ascona über den wolkenlosen Lago Maggiore Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rekord im Tessin Im Tessin war eine erste Septemberhälfte noch nie so warm. Am Lago Maggiore betrug die Durchschnittstemperatur 22,8 G... FB

Jeder Tag ein Sommertag!

Im Mittel- und im Südtessin war bis am 14. September jeder Tag ein Sommertag. Die Tageshöchsttemperatur lag stets oberhalb von 25 Grad, also oberhalb der Sommermarke. Rein statistisch darf man im Tessin während des ganzen Monats September 5 bis 6 Sommertage erwarten. Die 30 Gradmarke wurde dagegen nur selten übertroffen. Am wärmsten war es im Süden mit Nordföhn am 6. September. In Cevio im Maggiatal wurde es 30,8 Grad heiss. Mehr als 30 Grad gab es örtlich auch noch am 10. und 11. September.

Hitze im Wallis

Im Wallis wurde nicht nur die höchste Temperatur des Monats gemessen, sondern dort wurde auch am häufigsten die Hitzemarke übertroffen. In Sitten wurden seit Monatsbeginn 4 Tage mit mehr als 30 Grad registriert. Nördlich der Alpen kletterte das Quecksilber nur in Basel und im untersten Aaretal über die 30 Gradmarke. In diesen Gegenden gab es auch 11 Sommertage. Die Norm wäre in diesen Regionen 3 bis 5 Sommertage während des ganzen Septembers.

Der Fronogletscher in der Morgendämmerung. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Leiden der Gletscher Die grosse Wärme in der Höhe setzte auch den Gletschern zu, wie hier dem Fornogletscher. Simon Walther

Sommer mit Verspätung

Von Mitte August bis Mitte September wurden in Zürich im Schnitt die höchsten Nachmittagstemperaturen gemessen. Im Durchschnitt betrug die Höchsttemperatur 25,5 Grad. Zum Vergleich: Im Monat Juni lag in Zürich die mittlere Nachmittagstemperatur bei 21 Grad, im Juli ergab sich immerhin ein Wert von 24,5 Grad. Auch auf den Bergen wurde es erst im meteorologischen Herbst Sommer. Am 7. September stieg die Nullgradgrenze auf 4925 Meter. Das war Rekord für das Jahr 2016. Auf dem Säntis lag die Durchschnittstemperaturen im September bis jetzt bei 7,8 Grad. Das ist deutlich höher als die Durchschnittstemperatur der Vormonate. Im Juni wurden auf dem Säntis beispielsweise nur 3,8 Grad als Durchschnittstemperatur gemessen.